KOMMENTAR · WONNEMAR: Nicht nur Glück gehabt

EDWIN RUSCHITZKA 04.06.2013

Das Atlantis ist zweimal untergegangen, dem Wonnemar ist dieses Schicksal erspart geblieben. Das dürfte die mit Abstand erfreulichste Nachricht nach dem Hochwasser-Wochenende in Ulm und Neu-Ulm gewesen sein. Und das hat nicht nur etwas mit Glück zu tun.

Während andere Städte stärker in Mitleidenschaft gezogen wurden, kamen die Ulmer und Neu-Ulmer mit einem blauen Auge davon. Das hat zwei Gründe: Zum einen stiegen die Wassermassen von Iller und Donau nicht so stark an wie vor allem 1999, zum anderen haben der Freistaat Bayern und die Stadt Neu-Ulm ihre Lehren gezogen, das Alarmierungssystem verbessert, vor allem aber siebenMillionen Euro für den Hochwasserschutz ausgegeben.

Ulm und Neu-Ulm haben weitere drei Millionen Euro bezahlt, um eine Schutzwand um die Freizeiteinrichtungen hochzuziehen. Wie wichtig das war, hat das Wochenende gezeigt: Die Eislaufanlage, das Freizeitbad und das Freibad blieben verschont, nicht dagegen Kleingärten und einzelne Häuslesbesitzer in diesem Gebiet. Das ist eben der Preis, den sie immer öfters bezahlen müssen, weil ihre Anwesen mitten in einem Überschwemmungsgebiet liegen.

Auf der Ulmer Seite standen zwar wieder Wiesen unter Wasser, größere Schäden sind aber nicht zu beklagen. Das allerdings war wieder Glück. Denn es wird höchste Zeit, dass man sich am linken Donauufer über den Hochwasserschutz ernsthaft Gedanken macht.