KOMMENTAR · HOCHWASSERSCHUTZ: Investition zahlt sich aus

RUDI KÜBLER 03.06.2013

Ganz Neu-Ulm eine Seenlandschaft: das Freizeitbad komplett unter Wasser, unzählige Keller geflutet, Heizöl ausgelaufen, Strom und Gas vorsorglich abgeschaltet, Straßen gesperrt. Die Bilder des Jahrhunderthochwassers an Pfingsten 1999 haben sich eingebrannt ins Gedächtnis. Auch, dass die Helfer und Retter den Wassermassen von Iller und Donau kaum etwas entgegenzusetzen hatten - außer ihrem persönlichen Einsatz.

Das Krisenmanagement funktionierte damals, aber die Verantwortlichen hatten auch erkannt, dass es weit mehr bedürfe: nämlich eines verlässlichen Frühwarnsystems und eines wirksamen Hochwasserschutzes. Beides wurde in den vergangenen Jahren vorangetrieben: Die Vorhersagen sind mittlerweile sehr genau und lassen den verantwortlichen Stellen in der Doppelstadt ein Zeitfenster, um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können. Zudem haben die beiden Städte rund zwölf Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert - ein ordentlicher Batzen Geld zwar, aber: Wie sich jetzt am Wochenende gezeigt hat, sind die Deiche, Mauern, Dämme und die in Neu-Ulm eingesetzten mobilen Hochwasserelemente jeden Euro wert.

Der Schutz kann freilich nicht umfassend sein. Kleingärtner werden weiter darüber klagen, dass ihre Häuschen und Beete in unschöner Regelmäßigkeit geflutet werden. Aber: Die Politik hat die richtigen Schlüsse aus dem Hochwasser 1999 gezogen. Und das verdient Lob.