KOMMENTAR · HÄNDLER: Neue Stärke, neue Macht

EDWIN RUSCHITZKA 07.06.2013

Leider Gottes kommt so etwas immer wieder vor: Die Mitarbeiter der Neu-Ulmer Stadtverwaltung legen dem Stadtrat ein Papier vor, die Damen und Herren Volksvertreter denken nicht nach, nicken es ab - und prompt gibt es Probleme. Im Fall der Blumenkübel-Gebühr ist der Ärger sogar verständlich. Zum Glück aber soll diese neu erhobene und überaus unsinnige Gebühr wieder gekippt werden.

Jeder wird verstehen, wenn die Stadt für Werbetafeln, die ein Händler direkt vor der Ladentüre platziert, eine Gebühr verlangt. Immerhin sollen damit Käufer angelockt werden. Aber bei den Blumenkübeln sieht die Sache ganz anders aus. Sie sind nur nebenbei eine Werbung für das Geschäft, in erster Linie aber tragen sie dazu bei, das Straßenbild zu verschönern. Und genau darum ist die Stadt Neu-Ulm ja schon seit Jahren bemüht.

Dass das Aufstellen eines Kübels unter dem Strich eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 20 und aufs Jahr gerechnet weitere 60 Euro kosten soll, ist schon ein starkes Stück. Zwei Kübel kosten dann schon 140, drei Kübel sogar 200 Euro. Dass die Händler stöhnen, ist allzu verständlich.

Verwaltung und Stadtrat müssen aufpassen. Der Verein "Wir in Neu-Ulm" ist mit dem neuen Vorsitzenden Heinz Koch deutlich aktiver geworden. Die Mitglieder tun was für die Stadt und sie schauen besonders genau hin. Und diese neue Stärke verleiht den Händlern auch eine neue Macht.