KOMMENTAR · DONAUCENTER: Mitleid reicht nicht aus

EDWIN RUSCHITZKA 28.06.2013

Mit den im Donaucenter lebenden Menschen muss man Mitleid haben. Seit acht Monaten dauert das Duschverbot schon an, ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Hausverwaltung und Eigentümergemeinschaft, die bislang mit der Erhöhung der Wassertemperatur und dem Einsatz von Chemie gegen die Legionellen gekämpft haben, stehen eigentlich erst am Anfang eines noch langen Weges, der vielleicht von Erfolg gekrönt sein wird, vielleicht auch nicht.

Der 1974 bezogene Koloss ist in die Jahre gekommen. Die Technik ist überholt, was ansteht, ist eine umfassende Sanierung im Heizungs- und Trinkwasserbereich. Schenkt man dem Sprecher der Eigentümergemeinschaft Glauben, hat sich monatelang kein Ingenieurbüro damit befassen wollen. Vielleicht ist das ein Indiz dafür, wie komplex und kompliziert der Fall ist. Eine Sanierung wird teuer. Und Zweifel bestehen, ob die Rücklagen dafür ausreichen. Eigentümer haben Angst, dass sie weiter zur Kasse gebeten werden, Mieter befürchten, dass die Kosten auch auf sie umgelegt werden. Beides könnte der Fall sein.

Es gibt Stimmen, die das Ende des Donaucenters kommen sehen. Und nicht wenige würden sich freuen, wenn die Bausünde aus den 70er Jahren beseitigt werden könnte. Doch davon kann und darf keine Rede sein: Das Donaucenter ist für viele, vor allem für alte Menschen, Heimat geworden. Ihnen helfen weder Mitleid noch Abbruchgelüste.