VERENA SCHÜHLY  Uhr

Wenn ein Paar heutzutage ein Kind bekommt, arbeiten sich die werdenen Eltern durch gefühlte zwei Regalmeter Ratgeber-Literatur. Und wenn das Kind auf der Welt ist, kommt alles anders als geplant.

Da ist die Babytasche ein gutes Angebot - und ein gut gemachtes dazu. Eltern bekommen viele Informationen in gebündelter Form, die sie sonst mühsam zusammensuchen müssten. Das ist wirklich bürgernah.

Die Reaktion der Eltern auf das Angebot ist positiv, das bekommen die Mitarbeiterinnen immer wieder zu hören. Sinnvoll ist auch der breite Ansatz: Es werden nicht nur Familien in prekären Lebenslagen angeschrieben, sondern alle Eltern neugeborener Kinder. Denn Schwierigkeiten in der neuen Situation können in allen Schichten entstehen - und dann ist unkomplizierte Hilfe nötig und meist hochwillkommen.

Bleibt die Finanzierung. Das 100 000-Euro-Babytaschen-Budget steht auf drei Säulen: Ein Drittel stammt aus den Hilfen zur Erziehung des Jugendamts, weil es auch Risikofamilien zugute kommt; ein Drittel aus dem allgemeinen städtischen Etat; ein Drittel sind Spenden und zum kleinen Teil Eigenmittel von AG West und Gutem Hirten. Momentan sprudeln die Spendengelder.

Wenn sich der Wind aber drehen sollte, darf die Kommune nicht zögern, den Anteil mit zu übernehmen. Denn ein Projekt wie die Babytasche trägt zur Lebensqualität in einer Stadt bei.