Samba wird in sieben Einzelteilen angeliefert. Die Elefantenkuh ist viel zu groß und zu schwer, um sie am Stück zu transportieren. Und durch die Tür im Blautalcenter hätte sie auch nicht gepasst. Einen Tag dauert es, das mächtige, tote Tier zusammenzusetzen. Zu sehen ist Samba zusammen mit vielen anderen Exponaten in der gerade eröffneten „Körperwelten der Tiere“, die auf Gunter von Hagens bekannte „Körperwelten“-Ausstellung folgt. Wie bei den Menschen, die zuvor auf der Fläche zu sehen waren, ist auch das Gewebe der Tiere mit Kunststoff durchtränkt, um sie geruchslos zu konservieren.

3,2 Tonnen wiegt Elefantenkuh Samba

„Je größer das Präparat, desto größer ist die Herausforderung, das technisch zu lösen“, sagt Kuratorin Angelina Whalley über das Plastinationsverfahren. Samba hat 25 Mitarbeiter drei Jahre lang beschäftigt, ihre Fertigstellung hat drei Millionen Euro gekostet. „Das könnte nur noch von einem Blauwal getoppt werden“, scherzt Whalley. Der fehlt zwar noch. Aber auch die Körper von Bären, Gorillas und Pferden zeigen eindrucksvoll, wie Muskeln, Nervensysteme und Skelette von Wirbeltieren aufgebaut sind.

„Ich möchte, dass sich die Menschen der Komplexität und der Fragilität der Tiere bewusst werden“, sagt Whalley. „Diese emotionale Berührtheit erinnert uns daran, dass wir achtsam mit der Natur umgehen.“ Die Tiere würden nicht für die Ausstellung getötet, sondern stammten aus Zoos und Tierparks, manchmal auch schlicht und einfach aus der Nahrungskette.

30.000 Besucher werden erwartet

Die innere Anatomie live zu sehen, das sei schon sehenswert, findet Stefanie Kießling. Die Leiterin des Tiergartens Ulm sagte beim Pressegespräch, die Ausstellung sei für Kinder ab dem Grundschulalter geeignet. Tierpädagogin Isabel Jabs pflichtete ihr bei: „Kinder sind weniger voreingenommen als Erwachsene.“ Whalleys Zielgruppe sind Familien und Schulklassen: „Die Tierausstellung spricht eine andere Klientel an.“ Zu den plastinierten Menschen seien eher junge Erwachsene gekommen, alles in allem waren 95.000 Menschen zu Besuch. „Für die Tiere erwarten wir deutlich weniger, etwa 30.000 Besucher.“

Center-Manager Guido Reuter ist zufrieden damit, wie Kultur und Einzelhandel sich derzeit im Blautalcenter ergänzen: „Wir haben die Frequenz über den ganzen Zeitraum der ersten Ausstellung steigern können.“ Während sich für den Einzelhandel keine Aussagen treffen ließen, sei der Umsatz der Gastronomie im zweistelligen Bereich gestiegen.

Info Die Körperwelten der Tiere wurde bis 26. Januar 2020 verlängert. Eintritt: Erwachsene (ab 16 Jahren) 15 Euro, Kinder 9 Euro, Familienticket 39 Euro.

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