Köpfe, Klatsch, Kurioses

JR, CIK 23.04.2016

Ein Prosit!

Prost! Heute ist der 500. Jahrestag des Reinheitsgebotes und also der Tag des Bieres. Ob das überall ordentlich begossen wird, ist in mineralwasser-nüchternen Zeiten schwer zu sagen. Keinesfalls aber dürfte die Schluckmenge erreicht werden, die die Ulmerinnen und Ulmer früher auszeichnete. So hat Hans-Joachim Amann, Ex-Nabada-Organisationsmann und Biervertriebler bei der seligen Münsterbrauerei, in seinem Fundus noch eine Kopie der Kundenliste der Ulmer Brauereigesellschaft von 1938/39, wie die Stammfirma der Münsterbrauerei richtig hieß. Damals gab es noch Kneipen wie den Deutschen Kaiser, Storchen, Alpenrose und Blumenschein. Aus der Liste gehen auch die ungeheuren Mengen an Bier hervor, die 1938/39 getrunken wurden. "Emma Kittelberger zum Beispiel, die ich noch kannte, hat im Schillergarten sage und schreibe 51 209 Liter, also 102 418 Halbe ausgeschenkt", sagt Amann und macht folgende Rechnung auf: "Bei zirka 310 Öffnungstagen im Jahr sind das 330 Halbe täglich. Bei höchstens 50 Sitzplätzen dort sind pro Sitzplatz und Tag also über fünf Halbe verkauft worden. Und bei zirka zwölf Stunden Öffnungszeit ging also alle zwei Minuten ein Bier über den Tresen."

Spende durch Musik

Der britische Sänger und Songwriter Michael Weston King war zu einem Gastspiel im Neu-Ulmer Restaurant Dany's und bescherte seinen Zuhörern nicht nur einen schönen Abend, sondern dem Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder auch eine Spende. 600 Euro kamen zusammen, die dem Förderkreis nun übergeben werden, teilt Restaurant-Inhaber Alfred Solleder mit. Das Konzert hatte Solleder zusammen mit den "Country & Western Friends Kötz" veranstaltet. Mit dem Geld wird das Projekt "Löwenherz-Kids" unterstützt, das sich vor allem an die Geschwister von erkrankten Kindern wendet. Weil viele Kinder von auswärts kommen, können die Familien während der oft monatelangen Behandlung in Häusern wohnen, die der Förderkreis eingerichtet hat. Er hat eine Sozialpädagogin eingestellt, die sich speziell um die Geschwister kümmert, wenn die Aufmerksamkeit der Eltern besonders auf die erkrankten Kinder gerichtet ist.

Heute vor einem Jahr . . .

. . . berichteten wir über den Besuch von Myron Roker bei OB Ivo Gönner. Roker gehörte dem 324th Infantry Regiment an, das am 24. April 1945 in Ulm einmarschiert ist und die Stadt vom Nationalsozialismus befreite. Der heute 92-Jährige ist einer der letzten Zeitzeugen auf US-Seite, von seiner Einheit leben nur noch drei Männer.ZITAT DES TAGES

Es hat mich immer

berührt, dass die Ulmer wie selbstverständlich von i h r e m Münster sprechen

Tabea Frey

Die langjährige Münsterpfarrerin, die Ulm Richtung Stuttgart verlässt