HUT, CL

Der Bläser alte Kleider

"Lieber Herr Christ, wir möchten uns bei Ihnen und dem ganzen Orchester herzlich für die Auftrittskleider bedanken. Es hat alles super geklappt, und die Kleider sind schon in unserer Musikschule. In unserer Freitagsprobe wird es sicherlich viel Freude geben. Mit freundlichen Grüßen, Zuzana Zatkova." Diese freudig-freundlichen Worte haben Josef Christ, den Dirigenten der Jungen Bläserphilharmonie Ulm, erreicht. Und zwar aus Ungarn, genauer aus Komárom, einem altehrwürdigen Bischofssitz, der wie Ulm an der Donau liegt. Dort existiert das Egressy Blasorchesters, das Ferenc Szabo leitet, der wiederum Präsident des Ungarischen Blasorchesterverbands und ein Bekannter Christs ist. Diese Musikerfreundschaft hat nun dazu geführt, dass die alte JBU-Konzertkleidung flussabwärts neue Träger gefunden hat. Die JBU ist im vergangenen Jahr bekanntlich mit neuem Schick ausgestattet worden - nachdem die alten Anzüge von mehreren Musikergenerationen getragen worden waren. Angeschafft 1987, als die JBU noch Ulmer Knabenmusik hieß und ein reines Buben- und Jungmänner-Orchester war, ist die strapazier- und reisefähige Kleidung noch immer sehr gut erhalten, so dass nun junge Ungarn in ihr stecken. Verpackt in Umzugskartons und verfrachtet haben die 89 Jacken und Hosen für Jungen und die 45 Jacken und Hosen für Mädchen - sie wurden von 2002 an mit Öffnung des Orchesters auch für Mädchen angeschafft - Monika und Dieter Anger, zwei gute Seelen im Hintergrund des JBU-Trägervereins. JBU-Vize-Vorsitzender Michael Bösl sorgte dafür, dass der ungarische Fahrer der Spedition, der die Kleidung auf seinen Bock packte, mit ordentlichem Wegzehr die Fahrt nach Komárom antreten könnte: Schweinshaxe und Leberkäs - von einem Ulmer Edelmetzger.

Das Bier für Flüchtlinge

"Saufen für Flüchtlinge" - diese populistische Aktion hat die Satirepartei "Die Partei" veranstaltet. Kneipiers haben am Freitag für jedes verkaufte Bier einen kleinen Betrag an den Flüchtlingsrat Baden-Württemberg gespendet. Mitgemacht haben das Gewölbe im Wiley und das Hemperium in der Zinglerstraße. Die Aktion sei ein großer Erfolg gewesen, schreibt scherzhaft Jochen Schmidberger vom "Ministerium für Propaganda". 42,95 Euro kamen zusammen. "Der Ulmer Spitzenkandidat der Partei zur Landtagswahl rundete den Betrag aus eigener Kasse auf 50 Euro auf", heißt es in der Mitteilung.

Das Günzburger Münster

Achtung, Erdkunde: Seit neuestem steht das Ulmer Münster gar nicht mehr in Ulm, sondern in Günzburg. Zumindest, wenn es nach dem Landesinstitut für Schulentwicklung geht, das den Landesbildungsserver Baden-Württemberg betreibt. Auf dessen Website www.schule-bw.de fand unser Leser Siegfried Hördt im Themenbereich "Migration - Landesgeschichtliche Einordnung" das Foto eines Ordinarischiffs am Neu-Ulmer Ufer. Im Hintergrund klar erkennbar: Die Ulmer Altstadt mit Münster und Metzgerturm. In der Bildunterschrift wird das Schiffle auch noch korrekt als "Ulmer Schachtel" bezeichnet, doch dann wird's Münster nach Bayern versetzt: Das Foto zeige "das auf der Donau übliche Schiff vor der Kulisse von Günzburg". Was soll man dazu sagen? Außer: Setzen, 6.

Heute vor einem Jahr . . .

. . . haben wir darüber berichtet, dass es für Neu-Ulmer Vereine künftig mehr Geld gibt: Die Stadt zahlt ihnen inzwischen bei Investitionen Zuschüsse statt Darlehen. ZITAT DES TAGES

Es ist derzeit schwieriger, gute Mitarbeiter zu

finden als Aufträge

zu bekommen

Besim Sancakli

Der Mitinhaber des Ulmer Security-Unternehmens SHS, das derzeit auch wegen Sicherheitsleistungen für regionale Flüchtlingsheime expandiert.