Ulm / LISA MARIA SPORRER  Uhr
Kochen, erzählen und einen Raum der Begegnung schaffen: In der Suso-Kirche am Eselsberg läuft ein Projekt das mehr will als nur Sprache vermitteln.

Die Ulmer gelten als äußerst engagiert in Bezug auf Flüchtlinge. Mit Patenschaften, diversen Veranstaltungen und Hilfestellungen soll die Integration der Angekommenen vorangetrieben werden. „Wir hatten die Idee, die Menschen zu vernetzen und nicht nur die Sprache auszutauschen“, sagt Idalia Dias Heller vom Internationalen Ausschuss. Für das neue Projekte werden vier Rezepte benötigt – je zwei Deutsche und zwei Syrische. Zu jedem Rezept sollen die Teilnehmer die dahinterstehende Geschichte erzählen.

Das Projekt „Die Speisen meiner Heimat“ ist ein Kochprojekt der Kirchengemeinde St. Maria Suso, das Brücken bauen will zwischen der Kultur der Geflüchteten und ihrer neuen Umgebung. Insgesamt acht Mal treffen sich die Teilnehmer, um gemeinsam zu kochen, und anschließend Gäste zu ihrem Mahl einzuladen. „Wir sind zwar nur gut zehn Köche, kochen aber für bis zu 40 Leute“, sagt Regine Niess vom Wirtschaftsausschuss der Kirchengemeinde.

Neben dem Kochen und Einkaufen, zu dem sich die Kulturmittlerin in der Hindenburgkaserne, Ruth Dieterich, als Hilfe mitnimmt, geht es den Organisatoren besonders um das gemeinsame Essen. An dem auch Familienmitglieder und Freunde teilnehmen können. „Aber schon beim Einkaufen fängt der Lernprozess an“, sagt Dieterich. „Schließlich müssen wir günstig einkaufen und erfahren auch etwas über den Umgang mit für uns fremden Lebensmitteln.“

Neben den syrischen Teilnehmern hat sich auch ein Iraker angemeldet. Während Hasim Erdbeerquark in der Küche des Suso-Gemeindesaals zubereitet, zupft seine Mutter Spinat, ägyptischen Spinat. Es wird an diesem Abend Molokhia geben, ein in arabischen Ländern beliebtes Hauptgericht mit Hühnchen und Reis. Außerdem steht Gaisburger Marsch auf dem Speiseplan. „Die verbindende Idee dahinter ist, dass immer Deutsche helfen, die syrischen Gerichte zu kochen, und Syrer die deutschen Mahlzeiten mit zubereiten“, sagte Idalia Dias Heller. Bis Dezember findet das Projekt noch statt und danach soll etwas von den vielen gekochten Spezialitäten übrig bleiben: Aus den Rezepten und Geschichten soll ein Kochbuch entstehen, dessen Erlös weiteren soziale Projekte zugutekommen soll.