„Eine Klinik ist nie ganz fertig.“ Generalarzt Ralf Hoffmann, Chef des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, präsentierte die neuesten Bausteine eines dicken Modernisierung- und Renovierungsbündels, das schon vor mehr als einem Jahrzehnt für die Klinik geschnürt wurde: das neue Rettungszentrum für bis zu fünf Rettungsfahrzeuge, Helfer und Personal neben der Klinik ist fertig; die Urologie-Ambulanz öffnet in neuen Räumen mit modernsten Geräten; und der Haupteingang, der monatelang gesperrt war, ist neu gestaltet und geöffnet. Auch die Cafeteria ist wieder auf – ein wichtiger Ort für Besucher, aber auch für Ärzte, die sich mit Kollegen etwa aus der Uniklinik besprechen wollen, sagte Hoffmann.

Wenn auch die restlichen Gelder noch freigegeben werden, wird der Bund bis zum Abschluss der Arbeiten voraussichtlich im Jahr 2029 insgesamt 178 Millionen Euro in die Klinik investiert haben. „Das ist ein Teil, um das BWK zukunftssicher zu machen. Für gute Medizin muss eben auch investiert werden.“ Zur Eröffnung der inzwischen fertiggestellten Bauabschnitte schwang Generalstabsarzt Stefan Schoeps, der stellvertretende Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, die Schere, um das Band vor dem Haupteingang zu zerschneiden und den Zugang freizugeben.

Um- und Irrwege

Eineinhalb Jahre dauerten die Arbeiten für den neuen Haupteingang. Der Außenbereich wurde als angenehmer Aufenthaltsort gestaltet. Vor dem Haupteingang musste die Deckensanierung zum Untergeschoss abgeschlossen werden. Darunter befinden sich die neuen Operationssäle. Der Haupteingang ist auch der Zugang zum OP-Trakt. Wegen des so lange gesperrten Haupteingangs mussten Patienten, Mitarbeiter und Besucher viele Monate lange Umwege und Irrwege durch die große Klinik in Kauf nehmen. Doch das ist nun vorbei, freute sich der Klinikchef. „Ein gutes Zeichen, dass es mit den Arbeiten in der Klinik vorangeht.“

Am Rettungsdienst mit Fahrzeugen beteiligt sich das Bundeswehrkrankenhaus schon seit längerer Zeit. Bislang fehlte an der Klinik eine moderne Rettungswache. Das ist Vergangenheit, berichtete Oberstarzt Matthias Helm, Leiter der Sektion Notfallmedizin und Leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

Nach dreijähriger Planungs- und Bauzeit steht das neue Heim für fünf Rettungsfahrzeuge. Dazu gehören auch Ruhe- und Diensträume für die Mitarbeiter. Zivile und militärische Retter starten in Fahrzeugen auch gemeinsam zu Einsätzen, wenn die Rettungsleitstelle Alarm auslöst. „Wir haben ein ausgezeichnetes Verhältnis zu den zivilen Hilfsorganisationen. Das hilft Patienten, die sehr schnell Hilfe brauchen“, sagte Hoffmann. Von der Rettungswache gibt es einen direkten Zugang zur Notfallaufnahme der Klinik.

Demnächst soll mit den Arbeiten für den Landeplatz für den Rettungshubschrauber Christoph 22 auf dem Dach der Klinik begonnen werden. Von dort aus sollen Notfallpatienten in 30 Sekunden in den OP-Saal gebracht werden können, sagte Helm. Die Bauzeit für den Landeplatz wird mit etwa zwei Jahren angesetzt.

Die urologische Ambulanz der Klinik war bislang in beengten Räumen untergebracht. „Wir brauchten neue Räume“, sagte der Chefarzt der Urologie, Professor Christoph Sparwasser. Die Urologie versorgt im Jahr rund 1400 Patienten stationär und 1000 ambulant. Immer mehr Eingriffe können dank moderner OP-Technik und minimalinvasiver Vorgehensweise ambulant durchgeführt werden. „Wenn es keine Komplikationen gibt, können sie am Abend wieder nach Hause gehen.“ Trotz des neuen OP-Trakts in Reichweite sollen nebenan noch vier weitere OP-Säle gebaut werden.

Engpass überwunden

Auch wenn der OP-Trakt selbst schon in Betrieb ist, wird noch in einzelnen Bereichen gearbeitet, beispielsweise an einem modernen Aufwachraum für narkotisierte Patienten. Es sei ihnen inzwischen auch gelungen, sieben weitere Mitarbeiter als OP-Hilfen einzustellen, sagte der Klinikchef. Der personelle Engpass im OP-Bereich sei damit deutlich reduziert worden. Wenn 2018 die Arbeiten in diesem Bereich abgeschlossen sind, sollen neun bis zehn OP-Säle in Betrieb sein. „Das wäre mehr als je zuvor.“

Aber es bleibt noch genug zu tun. Im Programm stehen neben dem Landeplatz für den  Rettungshubschrauber auf dem Klinikdach auch noch die Erweiterung der Kindertagesstätte, die Psychiatrie bekommt einen Neubau, und es werden neue Parkplätze angelegt.