Ulm Klinik schreibt erneut schwarze Zahlen

Neue Chirugie Uniklinik Ulm
Neue Chirugie Uniklinik Ulm © Foto: MATTHIAS KESSLER
Ulm / CHRISTOPH MAYER 16.04.2016
Das Plus ist bescheiden, wenngleich es fast zehnmal höher ausfällt als vor einem Jahr. Mit einem Überschuss von 415.000 Euro schließt das Uni-Klinikum das Wirtschaftsjahr 2015 ab. Das hat der Vorstand am Freitag mitgeteilt. Man blicke „nach einer mehrjährig schwierigen Zeit wieder auf ein erfolgreicheres Jahr zurück“, heißt es in einem vom Leitenden Ärztlichen Direktor Prof. Udo Kaisers und vom Kaufmännischen Direktor Dr. Joachim Stumpp unterzeichneten Schreiben, in dem die Klinikchefs den gut 6000 Mitarbeitern für deren Engagement danken.

Der Mitteilung zufolge haben die Erlöse der Klinik 2015 erstmals die Marke von 500 Millionen Euro überschritten. Als Grund dafür gibt der Vorstand die im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht gestiegenen Patientenzahlen an. So seien etwas mehr als 48.000 Patienten stationär (2014: knapp 48.000) und rund 282.000 Patienten ambulant (2014: 276.000) versorgt worden. Dies entspricht keinen Pro-Kopf-Zahlen, jede Behandlung wird als „Fall“ gezählt. Die verbesserte Umsatzsituation sei nicht der alleinige Grund für die erneut schwarzen Zahlen, teilt Stumpp mit. „Sie liegen auch in einer wirksamen Kostenkontrolle begründet.“

2013 hatte der Jahresverlust des Klinikums bei 16,4 Millionen Euro gelegen, 2012 waren es 6,6 Millionen Euro Miese. Grund waren damals neben der allgemeinen Kostenschere im Krankenhauswesen auch hausgemachte Ursachen. Zwar schrieb die Hälfte der bundesdeutschen Kliniken in den vergangenen Jahren rote Zahlen. Die finanzielle Schieflage in Ulm war seit 2012 aber insofern dramatischer, als das Klinikum aufgrund der überwiegend eigenfinanzierten neuen Chirurgie zusätzlich erhebliche Kreditschulden drückten, die es bis an den Rand der Zahlungsunfähigkeit führten. Erst eine einmalige Sonderzahlung des Landes von 25 Millionen Euro 2014 half der Klinik aus der Patsche.

Rosarot malen wollen Stumpp und Kaisers nicht. 2016 werde kein einfaches Jahr, heißt es in dem Schreiben. Aufgrund der im Frühjahr anstehenden Tarifverhandlungen müsse mit erneut steigenden Kosten gerechnet werden. Man stehe zwar hinter der Forderung der Mitarbeiter nach angemessener Entlohnung. Allerdings seien die Kliniken weiter unterfinanziert.

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