Es ist eine reichlich lange Liste, die das Organisations-Team der Ulmer Fridays for Future-­Gruppe dem Ulmer Oberbürgermeister am Freitagnachmittag im Rathaus überreicht hat. Die Schülerinnen, Schüler und Studierenden hatten jede Menge konkrete Vorschläge dabei, wie sich der Klimawandel vor Ort in Ulm stoppen lässt. Vor allem aber fordern sie, dass Ulm den Klimanotstand ausruft. Wofür Gunter Czisch allerdings nicht zu haben war, berichtete Oliver Schmidt von Fridays for Future im Anschluss auf einer Pressekonferenz in der Aula des St.-Hildegard-Gymnasiums.

Video Fridays-for-Future-Protest in Ulm

„Ulm als wohlhabende Stadt hätte die Möglichkeit gehabt, hier voranzugehen. Schade“, bedauerte Schmidt. „Auch wir in Deutschland werden die Folgen des Klimawandels spüren.“ Der OB habe dem Team gesagt, er sei ein Fan positiver Meldungen, nicht negativer.

Immerhin: Czisch versprach ein zeitnahes zweites Treffen mit Fachleuten aus der Verwaltung, in denen die einzelnen Forderungen gemeinsam mit den jungen Menschen diskutiert werden sollen. „Es war ein konstruktives Gespräch, wir haben gesehen, was schon läuft“, berichtete Schmidt. Fridays for Future Ulm fordert etwa, dass der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr bis 2030 auf 30 Prozent gesteigert wird; dass Unternehmen, die ihren CO2-Ausstoß nachweislich um 30 Prozent reduzieren, mit Steuerentlastungen oder Prämien belohnt werden; dass öffentliche Gelder nicht mehr in klimaschädliche Anlagen investiert werden; und dass das ÖPNV-Streckennetz ausgebaut wird.

Viele Unterstützer

Die Gruppe betont, dass sie die Forderungen selbst ausgearbeitet hat. Sie beruft sich auf Artikel 20a des Grundgesetzes, in dem es um den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und Tiere „auch in Verantwortung für die künftigen Generationen“ geht. Ihr Anliegen wird von 25 regionalen Einrichtungen und Organisationen unterstützt. Außerdem haben 170 Wissenschaftler aus der Region, die Scientists of Future Ulm, den Appell der Jugendlichen unterzeichnet.

Wie es jetzt weitergeht?„Wir wollen jeden Monat zwei Veranstaltungen machen“, versprach Sophia Ognissanti, und meint damit auch andere Aktionen. Mehr bekomme das Orga-Team nicht geschafft. Schmidt ergänzte, die Streiks seien „wirklich nur Mittel zum Zweck. Vieles läuft außerhalb der Schulzeit.“ Außerdem sei am Freitag „super Wetter“ gewesen – „da waren wirklich nur die da, die da sein wollten“. Das waren immerhin um die 1600 Demonstrierende, die sich auf dem Weg durch die Stadt friedlich verhielten.

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