Klasse statt Masse - Kammerchor in Oberelchingen

GOTTFRIED LOTHAR 17.02.2014

Der noch junge Kammerchor der Universität Ulm gab in der Klosterkirche Oberelchingen unter der Leitung von Manuel Sebastian Haupt am Samstag ein klasse Zeugnis seines stupenden Könnens. Johann Sebastian Bachs doppelchörige Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" BWV 225 bildete den Auftakt des Konzerts in der Basilika.

Tänzerisch schwungvoll, mit trefflicher Artikulation und wunderbar gestalteten Koloraturen begannen die knapp 40 Chorsänger das dreiteilige Werk. Leider ging im Mittelteil, dem grandiosen Wechsel von Arie und Choral, die Verständlichkeit zugunsten des Wohlklangs verloren. Dirigent Haupt leitete mit beredten Händen und federnder Elastizität im ganzen Körper seinen Chor sowie als Continuo Soshi Nishimura am Kontrabass und den Ulmer Organisten Andreas Weil.

Mit kleinstmöglicher Besetzung ohne Flöten und Klarinetten erklang Mozarts "Haffner-Sinfonie" KV 385. Das Kammerorchester Ulm, in dem auch Mitglieder der Ulmer Philharmoniker zu finden sind, lieferte eine überzeugende Interpretation des viersätzigen Stückes, wobei den jeweils solistisch besetzten Streichern ein Sonderlob für ihr exzellentes Spiel ausgesprochen werden muss.

Zusammen mit Kammerchor und -orchester gestaltete Manuel Haupt abschließend die "Krönungsmesse" KV 317, eines der beliebtesten Werke Mozarts. Später bediente sich der Meister selber an seinen wunderschönen Melodien, die er in "Così fan tutte" und "Le nozze di Figaro" erneut einsetzte. Catherina Witting sang mit trefflicher Höhe und warmem Klang den Solosopran, wohingegen die weiteren Soli auf kleine Chorgruppen verteilt waren, die mühelos von der Solistin überstrahlt wurden.

Kurzer, hoffentlich nur der Kälte in der Basilika geschuldeter Beifall beendete dieses erbauliche Konzert, bei dem nur das wackelnde Dirigentenpult und die wandernden Fotografen störten.

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