Leitartikel Edwin Ruschitzka zu den Bombenfunden in Neu-Ulm Klartext zeigt Wirkung

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm/Neu-Ulm / Edwin Ruschitzka 13.04.2018

Zum Glück gibt es Menschen wie Andreas Heil, den Chef der Kampfmittelbeseitigungsfirma, die gestern in Neu-Ulm innerhalb von nur sechs Wochen im Baufeld „Südstadtbogen“ die dritte Weltkriegsbombe entschärfen musste. Was, dank der Routine der Fachleute, wieder einmal gut gegangen ist. Zum Glück!

Unmissverständlich hat Heil Klartext geredet und bei der Stadt, vor allem aber beim Bauherren, also der Ulmer Firma Realgrund, mehr Sorgfalt angemahnt.  Man könne Bomben auch im Wochen-Rhythmus entschärfen, jeweils Tausende von Menschen evakuieren, Arbeitsplätze stilllegen und dabei hohe Kosten generieren. Man könne aber auch anders zu Werke gehen, das Baufeld gründlicher sondieren – und dann vielleicht mehrere Bomben auf einmal entschärfen. Dass im „Südstadtbogen“ noch mehr Bomben liegen, sei zu vermuten.

Kaum waren Heils Worte verklungen, schlug der OB höchstpersönlich im Pressezentrum auf, um darauf hinzuweisen, dass die Bombensuche nicht Sache der Stadt, sondern des Bauherren sei. Die Stadt müsse nur dann eingreifen, wenn es die Sicherheitslage erfordere. Dieser Zeitpunkt sei jetzt gegeben, assistierte ihm Thomas Nägele aus dem Fachbereich Bürgerdienste, eine entsprechende Anordnung werde an die Realgrund ergehen.

Stadt reagiert spät

Spät ist das geschehen. Nicht wenige, auch im Neu-Ulmer Rathaus, haben schon beim ersten Bombenfund Anfang März hinter vorgehaltener Hand gemutmaßt, bei der Realgrund müsse es im „Südstadtbogen“ vor allem schnell gehen. Aber Schnelligkeit zu Lasten der Sorgfalt darf bei diesem Thema nicht sein. Bei der Realgrund scheint die Botschaft angekommen zu sein. Man habe alles getan, was bei der Vielzahl von Eisenteilen schwierig sei, heißt es. Man werde sich aber Anfang nächster Woche gleich mit der Stadtverwaltung über das weitere Vorgehen abstimmen. Und das ist auch bitter notwendig.

Gut ist auch, dass es Menschen wie den Chef der Kampfmittelbeseitigungsfirma gibt, die ein Problem beim Namen nennen. Chapeau, Herr Heil!