Ulm Klare Zielvorgaben für neue Wohnungen

Ulm / JAKOB RESCH 24.03.2016
Es wird eng in Ulm. 700 neue Wohnungen jährlich sollen in den kommenden fünf Jahren gebaut werden. Das ist die Zielvorgabe der Stadt Ulm.

Noch ist nichts festgeklopft. Aber die Zielvorgaben sind klar. Die Stadt Ulm will, dass bis 2021 jährlich 700 neue Wohnungen gebaut werden. Ob das realistisch ist, wird jetzt im Dialog mit Bauträgern, Bauwirtschaft und Stadträten überprüft und im Detail weiterentwickelt. Am Mittwochabend ist dieser Prozess mit der zweiten Wohnungsdebatte nach 2011 eingeläutet werden, nur die FDP-Stadträte sträuben sich dagegen. Im Herbst soll dann der formale Beschluss zu den einzelnen Vorgaben gefällt werden.

Baubürgermeister Tim von Winning hatte zunächst noch mal die Ausgangslage dargelegt: "Ulm ist nach wie vor eine sehr stark wachsende Stadt. Viele wollen nach Ulm, wir sollten ihnen die Möglichkeit geben, einen Platz zu finden." Folgende Säulen sind dafür vorgesehen:

1. Jährlich 700 neue Wohneinheiten bis 2021, doppelt so viele wie bisher; 80 Prozent davon in der Innenentwicklung, als ohne Landschaft zu verbauen; dafür sollen Entwicklungskonzepte für drei Schwerpunktbereiche erarbeitet werden: Unterer Eselsberg, Wiblingen-Tannenplatz und Böfinger Steige; für Einfamilienhäuser sollen 70 Bauplätze pro Jahr parat stehen.

2. Noch mehr preisgünstiger Wohnraum zur Miete, deshalb wird der Anteil dafür bei Neubauvorhaben von 20 auf 30 Prozent erhöht, ab einer Projektgröße von nun nur mehr 1000 Quadratmetern; dafür werden Vorgaben für barrierefreies Bauen und große Wohnungen abgesenkt.

3. Auf städtischen Grundstücken sollen im Geschosswohnungsbau dagegen auf mindestens 15 Prozent der Wohnfläche Vier- oder mehr Zimmer-Wohnungen entstehen.

4. Baugruppenprojekte sollen stärker gefördert werden.

Tim von Winning unterstrich, dass es dabei um "Eingriffe in den Wohnungsmarkt geht und wir immer gut überlegen müssen, was wir machen". Denn zunächst sei der Markt das taugliche Instrument.

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