Ulm Kommentar zum Gestaltungsbeirat: Klare Worte

Ulm / Christine Liebhardt 24.07.2017

So unterschiedlich die Projekte sind, die im Ulmer Gestaltungsbeirat diskutiert werden, so verschieden verhalten sich ihre Bauherren. Viele sind einsichtig und lassen sich von den externen Experten hinsichtlich Grundriss und Fassadengestaltung beraten. Dazu gehört die UWS, die sich, sensibilisiert durch Kritik von Anwohnern, mit ihren Plänen für zwei neue Wohnhäuser in Wiblingen früh einer Prüfung gestellt hat – und sich sofort bereit gezeigt hat, umzuplanen.

Natürlich will die UWS ihre Interessen durchsetzen: Wenn fünf Geschosse nicht gehen, dann vielleicht viereinhalb? Nachfragen ist berechtigt und gehört zur Diskussionskultur. Manch privater Bauträger hingegen verhält sich reichlich unsouverän: Da werden Gremium, Stadträten und Baubürgermeister hindilettierte Präsentationen gezeigt, da wird auf Verbesserungsvorschläge trotzig reagiert, da wird bei einem Hinweis auf die Genehmigungsfähigkeit pampig auf die eigene Erfahrung und Kompetenz verwiesen.

Chapeau, wie gelassen die Gestalter bleiben. Damit haben sie Erfolg: Nachdem ein Projekt am Rand des Viertels Auf dem Kreuz vor Monaten im Beirat durchgefallen war, ließ der zunächst schockierte Bauherr neu planen. Vergangene Woche wurde er mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan belohnt. Ein klares Gesicht bekommen Stadtviertel eben nur durch klare Worte.

Ein Kommentar von Christine Liebhardt.

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