Jetzt machen sie Ernst: Die Beschäftigten an Kindertagesstätten sind am Freitag in einen unbefristigten Streik getreten. Ihre Forderung: Eine spürbare Anhebung der Gehälter. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen nicht bezahlbar.

Auch auf unserem Onlineportal und der SWP-Facebookseite wird das Thema diskutiert. Hier eine Auswahl der Leser-Kommentare:

Joachim Groner hat kein Verständnis für den Streik: "Das geht gar nicht. Wer wird denn bestraft? Kinder, Alleinerziehende und Finanzschwache. Eine Erzieherin bekommt monatlich zwischen 3000 Euro und 3600 Euro plus jährliche Leistungsprämie. Die Gehaltsschwachen sind die Kinderpflegerinnen."

Marina Braun findet, "sie (die Erzieherinnen, Anm. d. Red.) verdienen angemessen. Solltet alle mal 'ne 40 Std. Woche arbeiten. Und dann nur 1200 Euro. Netto. Dann könntet ihr streiken."

Ganz anderer Meinung ist Ursula Hafner: "Tatsache ist, dass die Erzieherinnen für das, was sie leisten müssen, zu wenig verdienen."

Michaela Bockmann glaubt, dass "soziale Berufe besser bezahlt werden sollten. Jedoch bin ich auch Mutter, die auf die Kita angewiesen ist. Klar ist bereits seit Wochen bekannt, dass sich die Herrschaften nicht einigen. Jedoch ist es sehr schwer, Alternativen zu finden, wenn man nicht auf Familie zurückgreifen kann. Unsere Kita streikt heute, nächste Woche Dienstag und Mittwoch! Donnerstag ist Feiertag und am Freitag ist der Brückentag zu! Das ist eine ganze Woche! Und es gibt Kitas, die schließen noch länger! Bei allem Verständnis der Erzieher gegenüber. Aber für Eltern ist das unzumutbar!

Marina Culum sieht im Streik ein grundsätzliches Problem: "Nur dumm, dass beim Streiken die falschen drunter leiden. Die Kinder und Eltern können nichts für diesen Zustand."

Wenn die Erzieherinnen streiken, glaubt Heike Maischberger, "könnte ja in jedem Bereich gestreikt werden! Ich bin Floristin, habt ihr eine Ahnung was die verdienen? Oder Friseure (wenn die streiken, wird's auch doof ) jeder Beruf ist wichtig. Und das Gehalt ist vorher bekannt! Ich könnte kotzen, wenn ich zur Arbeit muss und nicht weiß, wohin mit den Kindern! Das bringt mich und meinen Job in Schwierigkeiten, dafür hab ich kein Verständnis."

Daniel Mau kommentiert: "Eine Lohnerhörung wird nicht viel bringen, damit steigen unsere Preise noch mehr und wir entfernen uns noch weiter von einer bezahlbaren Welt. Außerdem wenn alle mehr verdienen, ändert sich dann was am bisherigen Zustand? Dann jammern wir auf noch höherem Niveau weil die Inflation zuschlägt. Das Geld kann nicht aus dem Nichts kommen."

Und Max Braun glaubt, dass es "grundsätzlich Zeit für eine deutliche Lohnerhöhung für alle Arbeitnehmer ist. Die Umverteilung des Kapitals von unten nach oben darf nicht so weitergehen."