Weiße Lackschuhe gegen Wanderboots. Rosa Hemd und lässig umgebundener hellgelber Pulli gegen Outdoorkluft. Menjou-Bärtchen und schulterlanger Mittelscheitel in Musketier-Anmutung gegen krausigen Vollbart und Angstschweiß. Man kann auch sagen, sorry: Arschloch gegen Opfer. Die Rollen sind klar verteilt in Matthias Wissmanns Kurzfilmkomödie „Lokalmatador“, die nächste Woche, am 27. August, im Open-Air-Kino auf dem Ulmer Volksfestplatz Premiere feiert.
„King of Minigolf“ lautete der Arbeitstitel dieser im vergangenen September gedrehten Gemeinschaftsproduktion von Ofura Konzept Film und NPG Digital (der Online-Marketing-Agentur der SÜDWEST PRESSE) in Kooperation mit dem Dietrich Theater. Ja, und der Champion ist nun mal Lokalmatador, und zwar in einer Ulmer Kulisse: Adrian Dittus spielt diesen Alexander mit gnadenloser Blasiertheit.

Kino in Ulm: Worum geht es in „Lokalmatador“?

Also keine Angst vor Klischees. Alexander darf der sehr schwäbischen Reporterin Petra (Jana Leutenegger) umwerfende Weisheiten verzapfen: „Erfolg, darum geht’s! Aber Erfolg gibt es nicht umsonst, den muss man sich verdienen.“ Doch jetzt macht ihm Newcomer Caspar (Dennis Klose) den Ruhm streitig. Weshalb ein Freundschaftsspiel, das eher Krieg bedeutet, die Sache klären muss – und zwar auf der Anlage von Armin (Vlad Chiriac) und medial groß aufgezogen von Petra mit Interviews vor dem Münster oder beim Spaziergang mit Blick auf die Donau. Wobei auch Caspar beim Apfelschorle sich erklären muss: „Wie isch dein Bezug zum Minigolf?“
Das ist skurril und sehr lustig, und die Komik dieses knapp halbstündigen Duells lebt naturgemäß davon, dass der Großkotz kein Held ist einer olympischen Sportart, sondern, sorry, eines Freizeitsportvergnügens mit dem bezeichnenden Namen Minigolf. Aber im veritablen Showdown wird natürlich sehr verbissen eingelocht.
Youtube

Youtube Der Lokalmatador - Trailer

Kurzfilm in Ulm, Langenau und Süßen gedreht

Wissmann wuchs in Albstadt auf und studierte an der Hochschule in Offenburg Mediengestaltung und Produktion. Freischaffend stellt er als Autor und Regisseur Werbefilme her, und seit 2018 arbeitet er auch als Video-Producer bei der NPG Digital. Den „Lokalmatador“ hat der 33-Jährige in viereinhalb Tagen gedreht in Ulm, Langenau und Süßen, und der Film ist gewissermaßen „ein Freundschaftsprojekt“, wie Wissmann sagt – angefangen bei den Schauspielern. Mit dabei im zehnköpfigen Team waren der Sounddesigner Claudio Demel und Kameramann Kevin Hartfiel. Und das Kollektiv Ofura Konzept Film? „Wir sind eigentlich wie eine Band, nur mit dem Unterschied, dass wir Filme machen und keine Musik.“

„Lokalmatador“ als Film oder Mini-Serie?

Diverse Kurzfilme sind schon entstanden, und bei der „Lokalmatador“-Premiere auf dem Volksfestplatz zeigt Wissmann auch noch den „Rattenkönig“. Bald könnte mal was Längeres entstehen: Der Regisseur kann sich gut vorstellen, den „Lokalmatador“ zum Kinospielfilm oder zur Mini-Serie auszubauen. Derzeit hat er ein anderes Independent-Projekt vor Augen: Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württtemberg (MFG) fördert Wissmanns Arbeit an einem Drehbuch für eine abendfüllende schwarze Komödie, die auf einem Campingplatz am Bodensee spielt. Sie trägt den Arbeitstitel „Raubfisch“.
Zu dieser Spezies könnte man eigentlich auch Minigolf-Champion Alexander zählen. Die Lieblingsgesten des Super-Checkers: die Faust des Siegers und vor allem der erhobene Daumen. Ein Running Gag – der gewiss bei der Filmpremiere der spaßigen Lokalmatadoren im Open-Air-Kino auch live nicht fehlen wird.

Tickets für die Premiere am 27. August

Die Premiere findet am Donnerstag, 27. August, im Open-Air-Kino des Dietrich-Theaters auf dem Ulmer Volksfestsplatz statt. Tickets könnt ihr euch auf der Homepage des Dietrich Theaters sichern.
Einlass ist ab 19 Uhr. Zunächst läuft der Film „Rattenkönig“ (45 Minuten), und nach der „Lokalmatador“-Premiere gibt’s auch noch ein „Lokalmatador-Special“ und eine After Show Party im Beach Club des Open Air Kinos. Bei schlechtem Wetter wird es eine Alternativ-Location geben.