Ulm Kinder unter drei Jahren richtig fördern

Ulm / FRANZISKA REINDL 13.02.2012
Viele Eltern müssen Vollzeit arbeiten, obwohl das Kind noch sehr klein ist. Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren wird deshalb immer wichtiger.

Die Stadt Ulm möchte die Betreuung von Kindern unter drei Jahren weiter ausbauen, das verkündete Bürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle anlässlich der Zertifizierung von Ulmer Fachkräften für Kindererziehung. Insgesamt 15 Erzieherinnen und zwei Erzieher wurden kürzlich im Ulmer Zentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) ausgezeichnet. Sie besuchten eine Weiterbildung, um Kinder unter drei Jahren richtig fördern zu können und so den Übergang von der Krippe in den Kindergarten zu erleichtern. Die Kosten dafür trägt die Stadt.

Fortbildungen für die Erziehung von Kindern unter drei Jahren gibt es schon länger, jedoch nur im Einzelnen. Die Zusammenarbeit mit dem ZNL habe nun durch Reflexionstreffen den Kreis geschlossen, sagt Petra Evanschitzky, Konzeptentwicklerin des ZNL. Zusätzlich zu den theoretischen Kursen wurden im kleinen Kreis die Inhalte wiederholt und reflektiert. Innerhalb der Weiterbildung gibt es fünf große Module, beispielsweise "Sprachentwicklung bei Kleinkindern". Diese Module sind jeweils in einzelne Kurse verschiedener Referenten unterteilt. Die Teilnehmer können frei entscheiden, welchen Kurs sie besuchen möchten. Aber die Erzieher sollten bewusst einen Schwerpunkt wählen, der für ihren beruflichen Alltag wichtig ist. Das Ziel ist forschendes Lernen, sagt Michael Fritz, Geschäftsführer des ZNL. Den Teilnehmern wurden theoretische Kenntnisse vermittelt, die sie in ihrem beruflichen Alltag umsetzen sollten. Das Ergebnis der praktischen Umsetzung präsentierten alle 17 Erzieher in Fachgesprächen mit Kornelia Schneider vom Institut für Bildung in der frühen Kindheit Hamburg, und Petra Evanschitzky. Schneider sieht in jedem Einzelnen viel Potential.

Die Erzieher haben die Weiterbildung freiwillig besucht und ziehen eine positive Bilanz. "Dank der Weiterbildung bin ich mit meinem Thema der Eingewöhnung von Kleinkindern in den Kindergarten viel besser vertraut. Auch der Austausch mit Kollegen hat mir sehr viel gebracht", sagt Niels Morgenstern. Claudia Rogg ist ebenfalls zufrieden: "Es war eine große Herausforderung, aber auch zukunftsweisend. Ich habe viel über mich selbst gelernt." Zur Feier des Tages gab es Sekt Orange und stolze Gesichter.

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