In Bayern ist wochenlang ein Kennzeichen mit „HH 88“ im Verkehr gewesen, ohne dass die Fahrzeughalterin die Assoziation zu „Heil Hitler“ kannte. In Ulm ist das ganz anders:

Welche Nummernschilder werden für Ulm und den Alb-Donau-Kreis beantragt, welche von der Kfz-Zulassungsstelle zurückgehalten? Wie oft werden verbotene Auto-Kennzeichen nachgefragt und welche sind am beliebtesten?

Diese Kennzeichen gibt es nicht in Ulm

Nummernschilder mit „B“, „F“, „G“, „I“, „O“, „Q“ und Kombinationen mit diesen Buchstaben werden ebenfalls nicht für Ulm rausgegeben. Sie sind alleine für den Alb-Donau-Kreis.

Keine Vorgabe in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es im Gegensatz zu Bayern keine Weisung vom Verkehrsministerium, das bestimmte Kfz-Kennzeichen benennt, die nicht in Umlauf gehen sollen - oder verboten sind.

Lediglich die bundesweiten Verbote sind gültig - „KZ“, „NS“, „SS“, „SA“ und „HJ“ und seit 2015 „IS“. Ebenso sind keine Umlaute möglich, also „Ä“, „Ö“ sowie „Ü“.

Nummernschilder für Ulm und Umland

Die Kfz-Zulassungsstelle im Landratsamt in Ulm ist nicht nur für die Stadt, sondern auch für den Alb-Donau-Kreis zuständig. Nicole Eckhardt ist die Leiterin dort und ihr ist „nicht bekannt, dass verbotene Kennzeichen angefragt wurden“. Da bestehe wohl keine Nachfrage.

„UL AH 18“ und „UL HH 88“

Auch die Nummernschilder „UL AH 18“ und „UL HH 88“ seien nicht vergeben - und grundsätzlich verfügbar. Denn ein Verbot oder eine Weisung für diese Zeichenkombinationen gibt es nicht für Baden-Württemberg. „Angefragt hat diese Schilder bei uns noch niemand“, so Eckhardt. Und wenn, dann würden sich die Mitarbeiter das Recht vorbehalten, die Schilder nicht herauszugeben.

Nicht Online verfügbar

Dennoch sind die beiden Auto-Kennzeichen mit Bezug zum Nationalsozialismus online über das Landratsamt in Ulm als Wunschkennzeichen nicht verfügbar.

Leider war zum Zeitpunkt der Recherche im Landratsamt niemand mehr erreichbar - wir werden aber am Montag, den 4. Februar nochmal nachhaken und halten euch auf dem Laufenden!

Was kostet ein Wunschkennzeichen?

Bundesweit sind die Kosten einheitlich. Sie liegen bei 10,20 Euro für das Wunschkennzeichen selbst und 2,60 Euro für die Reservierung. Der Betrag wird bei Zulassung des Fahrzeugs vor Ort fällig. Das Wunschkennzeichen bleibt für 14 Tage reserviert. Pro Person und Firma sind online maximal zehn Kennzeichen zu reservieren.

Beliebteste Kennzeichen?

Ganz klar sei „UL M“ der absolute Favorit. Völlig egal sei die zugehörige Zahlenkombination. Doch je weniger Zahlen, desto beliebter sei das Nummernschild. Aktuelle sind in der Kombination mit „UL M“ erst wieder vierstellige Zahlenfolgen verfügbar.

Viele Autobesitzer würden das Kennzeichen als Besitz ansehen, es von Auto zu Auto mitnehmen. So kämen gerade die beliebten Schilder mit wenigen Zahlen kaum wieder in Umlauf.

Wann wird ein Nummernschild frei?

Auch Vorabreservierungen sind nicht möglich. Erst wenn ein Fahrzeug ein Jahr abgemeldet ist, ohne dass der Halter das verwendete Nummernschild wieder benutzt, wird die Zeichenkombination des Kennzeichens wieder frei. Oder der Halter gibt das Nummernschild vorher zurück.

Erst dann ist diese Zeichenkombination des Kennzeichens wieder Online oder eben am Schalter in der Zulassungsstelle verfügbar.

Einstellig wird zurückgehalten

Wie Eckhardt verrät, hält die Zulassungsstelle sogar bestimmte Zeichenkombinationen für Nummernschilder zurück. Aber nicht etwa um daran zu verdienen, sondern für Fahrzeuge, an die bauartbedingt nur Nummernschilder mit wenigen Zeichen passen. „Autos aus den USA“, nennt Eckhardt als Beispiel.

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