Ulm / Carolin Stüwe

Sobald Frühling ist, wird der Wald zartgrün austreiben, das Bodenleben erwacht. Der Wald nimmt seine Funktionen wieder auf: Die Bäume wandeln über die Photosynthese das Kohlendioxid aus der Luft in Sauerstoff um. Ein humusreicher Waldboden kann Starkregen bewältigen und Wasser für Trockenzeiten speichern.

Aber die Luft wird vorerst nicht besser, weil zu wenig gegen Dreckschleudern unternommen wird. Speziell in Ulm werden die Luftwerte verantwortungslos schön geredet, indem Messstellen abgeschafft oder falsch positioniert wurden. Der Wald kann Feinstäube zwar herausfiltern, weil sie an den behaarten Blättern hängen bleiben und vom Regen abgewaschen werden. Aber letztlich landen auch sie im Boden wie die düngenden Stickoxide.

Hinzu kommt, dass der Wald zunehmend in seiner biochemischen und physikalischen Aktivität eingeschränkt wird. Wetterkapriolen wie Trockenheit schwächen unter anderem die Fichten, weshalb sie vom Borkenkäfer befallen oder vom Sturm umgefegt werden.

Und dann kommt noch der Mensch und rodet hundertjährige Waldbestände, weil Arbeitsplätze und Wohnraum leider nach wie vor Vorrang haben vor einem ökologischen Gleichgewicht. Können wir uns das überhaupt noch leisten? Nein.