Sozialraumbericht Keine Brennpunkte mehr in der Ulmer Stadtmitte

Ulm / Verena Schühly 29.11.2017

Die Situation am Karlsplatz hat sich weitgehend entspannt. Es gibt zwar immer wieder Beschwerden von Anwohnern über die Gruppen, die sich dort treffen und Alkohol oder Drogen konsumieren. Aber es gibt keine großen Probleme mehr. Das geht aus dem Bericht über den Sozialraum Stadtmitte/Oststadt hervor, der im jüngsten Jugendhilfeausschuss des Ulmer Gemeinderats vorgestellt wurde: von Claudius Faul und Siegfried Sauter, die das Sozialraum-Team leiten.

 Laut Faul haben zwei Punkte maßgeblich zur Befriedung der Situation beigetragen: Zum einen die Quartierssozialarbeit, die der Gute Hirte dort seit zwei Jahren leistet. Zum anderen durch den Kontaktladen in der Wagnerstraße 62, den die Drogenhilfe im Sommer 2016 wieder eröffnet hat.

Ein anderer Bereich, der in jüngster Zeit in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt ist, ist die Bahnhofstraße. Wie berichtet, hatten Händler dort schlimme und gewalttätige Zustände beklagt. Ob die mobile Jugendarbeit da ausreichend sei, kam als Frage aus dem Gremium. Daraufhin machte Siegfried Sauter deutlich: „Der Großteil der Menschen, die sich  dort aufhalten und negativ auffallen, sind 30 bis 40 Jahre alt und damit keine Zielgruppe der mobilen Jugendarbeit.“ Es sei aber geplant, 2018 dort eine halbe Stelle für Straßen-Sozialarbeit einzurichten.

Reinhold Hepp von der Polizei, der ebenfalls Mitglied des Gremiums ist, erklärte: „Es gibt in der Bahnhof- und Hirschstraße keine gefestigte kriminelle Szene.“ Er wollte eher von einer „komplexen Gemengelage“ sprechen und betonte: „Bei Straftaten ist die Polizei hier präsent.“ Die Prävention durch Jugend- und Sozialarbeit an dieser Stelle sei wichtig.

Das Sozialraum-Team Mitte/Ost hat rund 80 Mitarbeiter und seine Büros im Ochsenhäuser Hof. „Es ist dort schon eng“, sagte Claudius Faul, zumal in dem Gebäude am Grünen Hof auch der der Generationentreff sitzt.

Mittelfristig aber ist ein Umzug geplant, die Perspektive dafür schafft der Neubau der Bürgerdienste an der Olgastraße, der 2019 fertig wird und der dann viele andere städtische Büros in der Stadtmitte frei werden lässt.

Zu den inhaltlichen Aufgaben der Zukunft nannten Faul und Sauter zwei Bereiche: die der Integration von Geflüchteten und der Aufbau eines ehrenamtlichen Besuchsdiensts für die Menschen in der Stadtmitte und der Oststadt.