Ulm Kein Urlaub auf dem Mars

YASEMIN GÜRTANYEL 08.08.2012
Am Montag ist der Roboter "Curiosity" auf dem Mars gelandet. Was aber gibt es auf dem Planeten zu entdecken? Würde sich ein Urlaub dort lohnen? Der Ulmer Hobby-Astronom Peter Foschum gibt Antwort.

Herr Foschum, würden Sie Ihren Urlaub gern auf dem Mars verbringen?

PETER FOSCHUM: Eigentlich nicht.

Warum nicht?

FOSCHUM: Ganz einfach, der Anfahrtsweg ist viel zu lang. Ein halbes Jahr hin, ein halbes Jahr zurück, das lohnt sich nicht für eine Woche Urlaub. Ich fahre lieber ganz spontan mit dem Wohnwagen umher. Sobald das Wetter schön ist, gehts los.

Abgesehen vom langen Anfahrtsweg, gäbe es auf dem Mars denn etwas Interessantes zu entdecken?

FOSCHUM: Das ist der nächste Punkt, was mache ich dann in so einer Sandwüste? Es gibt kein Meer, kein Wasser. Und Tiere gibt es auch keine. Dort kann man höchstens ein paar Steine klopfen. Da gehe ich lieber bei uns in die Wüste, dort ist es auch schön heiß. Also, ich beneide die Marsmenschen nicht.

Halten Sie es denn für möglich, dass man auf welche treffen könnte?

FOSCHUM: Auf grüne Männchen sicher nicht. Wenn, dann auf primitives Leben wie Bakterien. Aber ob es das dort gibt? Schwer zu sagen, bevor man es nicht entdeckt hat.

Der Vatikan hat ja schon verkündet, sich auf etwaige Entdeckungen von außerirdischem Leben zu freuen. Glauben Sie, es gibt das irgendwo im All?

FOSCHUM: Warum nicht? Die astronomischen Dimensionen sind so groß, dass wir das nicht überprüfen können. Also können wir eben nur spekulieren.

Nehmen wir an, man hätte den Warp-Antrieb vom Raumschiff Enterprise endlich entwickelt. Würden Sie dann gerne einen anderen Stern oder Planeten besuchen. Und welchen?

FOSCHUM: Interessieren würde mich das schon. Aber ein Stern ist ja eine Sonne, das wäre mir zu heiß. Und welchen Planeten? Hm, ich glaube, ich bleibe doch lieber auf der Erde. Wir haben hier den schönsten Planeten überhaupt. Wir sollten lieber besser auf ihn aufpassen!

Wenn unser Planet so schön ist, warum treibt es die Menschen doch immer wieder ins Weltall?

FOSCHUM: Die Wissenschaft steckt ihre Energie in die Astronomie, weil es dort einfach so viel zu erforschen gibt. Chemische Vorgänge zum Beispiel. Es ist ja durchaus sinnvoll, auf einen anderen Planeten zu fahren und zu schauen, ob unsere Erkenntnisse auch stimmen. Spekulieren kann man ja wie gesagt viel.

Was uns zurück zu den Marsmenschen bringt. . .

FOSCHUM: Ja genau. Wenn man ihnen so ein schönes Fahrzeug wie den Roboter "Curiosity" hinstellt, wer weiß, vielleicht kommen sie ja hinter einem Felsen heraus. Vielleicht haben sie es schon umgebaut (er lacht). Aber nein, ich glaube nicht, dass es dort solche Wesen gibt.

Noch eine Frage zum Abschluss: Stehen Sie eher auf Mars oder auf Milky Way?

FOSCHUM: Eher auf Mars. Obwohl der Milky Way ja auch was hat, wenn ich ihn so durch mein Teleskop betrachte. Diese Milchstraße mit ihren Milliarden von Sternen leuchtet so schön.