Steigende Besucherzahlen, mehr Geld in der Kasse – das sagt noch nicht alles aus über den Erfolg eines Theaters. Kay Metzger, sein Team und sein Ensemble aber werden von einer bemerkenswerten Sympathie seitens des Publikums getragen, weil sie künstlerisch viel zu bieten haben. Eine Mischung aus „Diskurs und Unterhaltung“ sei das Ziel, sagt der Intendant – das gelingt. Vielversprechend liest sich auch der neue Spielplan.

Es ist Metzger gelungen, 80 000 Euro bei der Landesstiftung für die Jubiläumsspielzeit zu organisieren: klasse, dass dann ein Altmeister wie Dietrich Hilsdorf als Regisseur zurückkehrt. Es spricht für die Ernsthaftigkeit des Intendanten, dass er nicht einfach sich selbst inszeniert und eine aufwändige Wagner-Oper feiert, sondern uneitel eine traditionsbewusste Ulmer Karte ausspielt.

Metzger bleibt sich auch seiner Devise treu, in die Stadtgesellschaft hineinzuwirken, sein bürgerliches Theater ulmisch zu verankern: von Auftragswerken zum Berblinger-Jubiläum über die musikalische Kooperation mit der Münsterkantorei bis zum „Alte Meister“-Gastspiel im Museum Ulm und der Kunsthalle Weishaupt. Und der „Theaterball“: auch eine gute Idee, mit gesellschaftlichen Ereignissen ist die Stadt nicht gerade überreich gesegnet.

Euphorisches Lob im Gemeinderat erntete Metzger – schön so, hoffentlich erinnern sich die Räte daran, wenn es um die nötige finanzielle Ausstattung des Theaters geht.