Wiblingen Kauflust im Lustgarten

Die Blütenblätter der Rose sind ganz zart. Kleine Besucher zahlen keinen Eintritt bei der Gartenmesse im Wiblinger Klostergarten. Fotos: Lars Schwerdtfeger
Die Blütenblätter der Rose sind ganz zart. Kleine Besucher zahlen keinen Eintritt bei der Gartenmesse im Wiblinger Klostergarten. Fotos: Lars Schwerdtfeger
CAROLIN STÜWE 11.08.2012
Schon zum gestrigen Auftakt war "Die Gartenmesse" beim Wiblinger Kloster gut besucht. Angeboten wird Altbewährtes wie Schwimmkugeln und Schnittlauch, aber auch Neues wie Scherenschnitt-Stecker.

Hier scharfe Sardellen im Glas, dort Lemongras-Raumduft, hier Polster-Fetthennen und Traubenkernkissen, dort mundgeblasene Bewässerungskugeln. Das ist "Die Gartenmesse" (Diga) live. Hätten die 50 Aussteller auf der Warteliste auch noch Platz gefunden neben den aktuell 122, wäre das Angebot an Pflanzen, Gartenwerkzeugen, Dekorationsartikeln und Lebensmitteln noch größer. "Wiblingen ist eine unserer drei Top-Messen", sagt Diga-Geschäftsführer Dieter Maier, der im Jahreslauf 16 solcher Gartenmessen veranstaltet. Etwa 40 Aussteller ziehen immer mit von Trier über Freiburg bis Straubing. 30 Prozent reisen bis aus Holland und Tschechien an, der Rest kommt aus der Umgebung des jeweiligen Veranstaltungsortes.

So auch in Wiblingen, wo sich die Gartenmesse noch heute und morgen im so genannten Lustgarten, aber auch zum Teil im Klosterhof abspielt. "Die regionalen Anbieter kennen ihre Kunden bereits und können immer wieder nachhaltige Aufträge an Land ziehen", sagt Maier. Andere Produzenten verkaufen ihre Ware direkt. So auch Wolfgang Wittstock aus Bühlertal im Nordschwarzwald, der zum ersten Mal in Wiblingen seine pulverbeschichteten Metall-Scherenschnitte zeigt. Diese werden in den Gartenboden oder in den Blumentopf gesteckt oder ans Fenster gehängt.

Die Kunst der Scherenschnitte sterbe langsam aus, erzählt er. Eine 87-jährige Frau aus dem Schwarzwald liefert ihm noch die Vorlagen. Dann werden die Gänseliesel im Gras, der den Schläger schwingende Golfspieler sowie Hirsche, Katzen und Schmetterlinge mittels Lasertechnik aus einer sehr dünnen Metallplatte ausgeschnitten.

Als Zierde für den Gartenteich eignen sich wiederum die Schwimmkugeln von Dirk Volkmer aus Mühldorf am Inn. Er hat noch einen Froschkönig mit vergoldeter Krone draufgesetzt "und alles bei 1260 Grad gebrannt, damit es frostsicher ist". Das Wiblinger Publikum wisse die Qualität seiner Ware zu schätzen. Überdies sei es sehr aufgeschlossen, lobt er.

Auch die Händler sind sehr gesprächig: Barbara Gutsch aus Freiburg erklärt, dass ihre bunten handgewebten Baumwoll-Hängematten aus Kolumbien und Brasilien stammen. Bis zu 200 Kilogramm Gewicht halten die Modelle aus. Fehlen nur noch zwei kräftige Bäume im Garten. Wer eine Hängematte in den Urlaub mitnehmen will, der wählt eine leichte aus Ballonseide.

Da der Garten aber nicht nur zum Faulenzen da ist, sondern auch Arbeit bedeutet, findet man auf der Gartenmesse unter anderem noch Rasenmäher-Roboter, Plastik-Kartoffelgabeln zum Laub zusammenkratzen und Kies aussieben, japanische Gartenhandschuhe ohne Nähte sowie Kettensägen.

Wie gestern schon zu beobachten war, geht kaum ein Messebesucher ohne Pflanze nach Hause. Bleibt es nicht beim Schnittlauch, sondern kommt noch ein Olivenbaum hinzu, bietet der Veranstalter in der Schloßstraße eine Unterstellmöglichkeit an. Messechef Maier: "Dann drehen die Leute noch mal eine Runde im Diga-Lustgarten."