Ulm Kampf um die Magirus-Villa und den Klosterhof 7

Die Magirus-Villa auf dem Galgenberg.
Die Magirus-Villa auf dem Galgenberg. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / CHRISTOPH MAYER, JAKOB RESCH 15.01.2013
Die CDU setzt sich weiter für die Erhaltung alter Gebäude ein. Neben der Magirus-Villa auf dem Galgenberg geht es neu um ein Haus im Klosterhof.

Der geplante Abriss der Magirus-Villa in der Fürsteneckerstraße und der dort vorgesehene Neubau eines Appartmenthauses mit Luxuswohnungen durch die Firma Casa Nova ruft die CDU-Gemeinderatsfraktion auf den Plan. In einem Antrag an Oberbürgermeister Ivo Gönner fordern Fraktionschef Dr. Thomas Kienle und sein Stellvertreter Dr. Hans-Walter Roth ein Abriss-Moratorium sowie eine neue Bewertung durchs Landesdenkmalamt, das die Villa nicht als schützenswert eingestuft hatte. Gegen den Abriss hat sich auch eine Bürgerinitiative formiert. Gegner haben auch eine Online-Petition und eine Facebook-Seite eingerichtet.

"Die Magirus-Villa ist unseres Erachtens ein Kulturdenkmal", schreiben Kienle und Roth. Bereits die Fassade sei einmalig, stelle sie doch eine Architektur dar, "die in Ulm über das Übliche hinausragt". Die Überprüfung durch das Regierungspräsidium Anfang 2012 sei "oberflächlich" gewesen, heißt es in dem Schreiben weiter. So habe man sich "weder mit der besonderen architektonischen Bedeutung der Fassade auseinandergesetzt, noch die kulturgeschichtliche Bedeutung des Gebäudes erkannt".

Die Stadträte beantragen deshalb ein neuerliches Gutachten sowie eine naturschutzrechtliche Prüfung. Letztere soll klären, ob der Baumbestand auf dem Anwesen ein Naturdenkmal darstelle. Bis zur Klärung dieser Fragen dürfe mit dem Abriss nicht begonnen werden, fordern Kienle und Roth.

Stadtplaner Helmut Kalupa sagt für die Stadt Ulm als Untere Denkmalschutzbehörde: "Am Galgenberg ist nichts versäumt worden." Man habe die Villa nach Bekanntwerden der Bauabsichten auf ihre Denkmalwürdigkeit prüfen lassen, jetzt aber sei die Baugenehmigung erteilt, ein Wiederaufnahmeverfahren habe er noch nicht erlebt.

Unterdessen sorgt der Fall eines weiteren vom Abriss bedrohten Gebäudes für Aufregung. Es geht um das Haus Klosterhof 7 in Söflingen, das an der Ecke zur Torstraße liegt. Das Backsteingebäude von 1903 steht nicht unter Denkmalschutz, nicht zuletzt weil es 1950 vom Bauern- zum Wohnhaus umgebaut worden ist. Ein Miteigentümer will das Haus abreißen und dort neu bauen.

Auch diesen Fall hat die CDU-Fraktion aufgegriffen und beantragt zum Schutz des Gebäudes jetzt eine Erhaltungssatzung für den Klosterhof zu verabschieden, um künftig tiefgreifende Veränderungen auszuschließen, schlechtes Beispiel für die CDU: der Abriss der alten Feuerwache für einen Neubau. Stadtrat Christof Nagel sagt: "Es geht darum, den Klosterhof in seiner städtebaulichen Eigenart zu schützen", so, wie ihn die Söflinger mögen und ihn mit ihren Festen belebten. Mit der Erhaltungssatzung würde ein Gebiet abgezirkelt, in dem bauliche Veränderungen eigens genehmigt werden müssten. Der Klosterhof 7 sei ein markantes Gebäude an einer Eingangssituation zum Platz.

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