Kammerorchester Kammerorchester mit neuem Chefdirigenten

Im Klanggehäuse eines Cellos: Das Württembergische Kammerorchester mit Case Scaglione.
Im Klanggehäuse eines Cellos: Das Württembergische Kammerorchester mit Case Scaglione. © Foto: Sonja Werner, Adrian Borda
Ulm / Jürgen Kanold 16.05.2018

Was denn sein deutsches Lieblingswort sei? „Gemütlichkeit“. Angesprochen auf das Interview, das sie mit ihrem neuen Chefdirigenten Case Scaglione fürs Saisonheft führte, lacht Intendantin Madeleine Landlinger herzlich: Nein, er werde es sich mit dem Württembergische Kammerorchester natürlich nicht bequem machen, im Gegenteil, der junge Amerikaner probe detailbesessen. Aber für einen Menschen, der lange im hektischen New York lebte und arbeitete, übe deutsche Gemütlichkeit eine gewisse Faszination aus.

Die Ära Ruben Gazarian ist zu Ende, jetzt herrsche „Aufbruchsstimmung“ in Heilbronn, erzählt Madeleine Landlinger, die gestern der SÜDWEST PRESSE das Programm des Württembergischen Kammerorchesters für die fünf „Ulmer Konzerte“ der kommenden Saison 2018/2019 im Kornhaus vorstellte. „Verwandlungen“ lautet das vielsagende, übergreifende Motto der Spielzeit.

Teamplayer aus den USA

Die Erwartungen an Case Scaglione, 1982 in Houston geboren, zuletzt Associate Conductor und Assistent Alan Gilberts bei der New York Philharmonic, sind hoch. Der sehr gut Deutsch sprechende Scaglione sei ein „Teamplayer“, einer, „der wirklich Musik aus dem Moment heraus mache“, der sein Orchester akribisch vorbereite, aber dann auch im Konzert die Zügel inspirierend loslasse.

Die Ulmer können das in der  nächsten Saison drei Mal überprüfen, sein Debüt im Kornhaus gibt Scaglione im Kornhaus am 24. Januar mit einem nicht untypischen Programm: mit einem Werk aus seinem Heimatland Amerika (Coplands „Appalachian Spring“) und aus der Klassik (Leopold Mozarts Trompetenkonzert mit Weltstar Hakan Hardenberger als Solist); dazu Schönbergs „Verklärte Nacht“ und HK Grubers fast kabarettistische „3 MOB Stücke für Trompete und Orchester“. Unterm Stichwort „Sehnsucht“ steht das Konzert am 22. März, wenn Scaglione Werke von Barber, Copland und Britten und auch eine Sinfonie Karl Ditters von Dittersdorf dirigieren wird (Solistin: Christina Landshamer, Sopran).

Preisgekrönter Violinist und Bratscher

Und das Saisonfinale am 17. April 2019 mit Scaglione bringt ein „Sonnenfeuer“: Werke von Turina, Rodrigo und auch „Jeux de Printemps“ von Darius Milhaud – und dazu noch einmal Dittersdorf, der Heilbronner Komponist des Jahres. Solistin ist die spanische Geigerin Leticia Moreno. Den „Streicherhimmel“ legt Sergey Malov, preisgekrönter Violinist und Bratscher, den Ulmern zum Saisonauftakt am 24. Oktober mit dem WKO zu Füßen: mit Werken von Karl Amadeus Hartmann („Concerto funèbre“), Antonin Dvorak (Serenade für Streichorchester) und anderen. Und auch „Weihnachtsklang“ (13. Dezember) in gemütlicheren Tagen bringen die fünf Abonnement-Konzerte: Unter Leitung von Leo McFall bietet das WKO mit Solisten aus den eigenen Reihen eine vielfältige Stück-Folge von Bach bis Dyson.

Der Kartenservice

Abonnement Ansprechpartner im Abonnentenservice des Württembergischen Kammerorchesters sind Martina Gramlich und Sophia Pick (Mo-Fr 10-18 Uhr). Telefon: 07131/2710953. E-Mail: info@wko-heilbronn.de Der Kartenverkauf für die einzelnen fünf „Ulmer Konzerte“ im Kornhaus beginnt am 1. August (beim Kartenservice der SÜDWEST PRESSE, bei Ulm Tickets in der Neuen Mitte, beim Roxy und bei Reservix. Online:
www.wko-heilbronn.de 

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