klassisch! Kammermusik im Stadthaus 2018/2019

Ulm / Jürgen Kanold 14.04.2018

Mit einem begeisternden Recital der Geigerin Natalia Prishepenko fing vor fünf Jahren alles an: die Reihe „klassisch!“ der SÜDWEST PRESSE in Kooperation mit dem Stadthaus. Das Ziel: Internationale Künstler und Ensembles der Kammermusik nach Ulm zu holen. So spielen das Vogler Quartett und Mischa Meyer nächsten Mittwoch ein Jubiläumskonzert: das 25. – und als Geschenk das große Streichquintett C-Dur Franz Schuberts.

Und für die Statistik: 124 Werke sind in diesen fünf Jahren erklungen – von immerhin 57 Komponisten (leider nur drei Frauen darunter) aus 22 Ländern. Aber unter den 90 Künstlern waren es 39 Musikerinnen. Mit weiteren neuen Komponistennamen (und auch vielen hervorragenden Musikerinnen) geht es in die Saison 2018/2019. Das Programm ist jetzt fix, es sind wieder fünf Konzerte.

Zum Auftakt, am 19. September,  gastiert nach langer „klassisch!“-Zeit wieder ein Klavierquartett im Stadthaus, und zwar das Notos Quartett aus Berlin, ausgezeichnet mit dem Echo-Klassik für die besten Nachwuchskünstler des Jahres 2017. Diese Kammermusikformation debütiert heuer auch in der Berliner Philharmonie, dem Konzerthaus Wien und der Tonhalle Zürich. Auf dem Programm: Klavierquartette von Mozart, Martinu und Schumann.

Aus der Schweiz reist am 14. November ein Streichquartett mit einem berühmten Namen an: das Amar Quartett. So hieß jenes Ensemble, das der Komponist und Bratschist Paul Hindemith 1922 gründete und nach seinem ersten Geiger Licco Amar benannte. Seit Hindemiths 100. Todestag im Jahre 1995 hat das Ensemble die Ehre, den Namen zu tragen. Das international preisgekrönte Amar Quartett also spielt natürlich ein Werk Hindemiths, das 3. Streichquartett, bringt aber auch Musik aus der Schweiz mit: die „Guggisberg-Variationen“ von David Philip Hefti sowie das „Notturno“ des Spätromantikers Othmar Schoeck, das das Amar Quartett zusammen mit dem Bariton Marcus Niedermeyer aufführen wird.

Ein Recital stand lange nicht auf dem Programm der „klassisch!“-Reihe: Aber nicht die Violine, nicht das Violoncello oder das Klavier steht am 25. Januar 2019 im Mittelpunkt, sondern die Bratsche!

Und es musiziert dann, begleitet von dem israelischen Pianisten Gilad Katznelson, eine Top-Künstlerin: Tatjana Masurenko. Die Russin, lehrend als Professorin in Leipzig, stellt die Klangvielfalt ihres Instruments vor: mit Werken von Schumann und Krenek, Tschaikowsky, Strawinsky, Glasunow und Glinka. Aus Prag kommt das Pavel Haas Quartett, das für seine CD-Aufnahmen für das tschechische Label Supraphon nicht zuletzt bei den Gramophone Awards ausgezeichnet wurde. Dieses Streichquartett gastiert in der aktuellen Saison auch in der Hamburger Elbphilharmonie und im Berliner Pierre-Boulez-Saal und schöpft natürlich aus der großen böhmisch-mährischen Tradition. So spielen die Musiker am 22. Februar in Ulm Werke von Smetana und Janacek und auch das 2. Streichquartett ihres Namensgebers, des 1944 in Auschwitz ermordeten jüdischen Komponisten Pavel Haas.

Zu einem Wiederhören mit dem casalQuartett, das im September 2013 die erste reguläre „klassisch!“-Abo-Saison eröffnete, kommt es am 3. Mai 2019. Die Echo-Preisträger bringen noch einen weiteren, mehrfachen Echo-Preisträger mit: Sebastian Manz, Solo-Klarinettist des SWR Symphonieorchesters.

Als Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs (2008) gehört Manz zu den begehrten Solo-Künstlern seines Instruments. In Ulm dürfen wir ihn als Kammermusiker erleben: in Klarinettenquintetten von Robert Fuchs und Carl Maria von Weber. Das casalQuartett präsentiert zudem Robert Schumanns Streichquartett op. 41/2.

Saisonfinale mit dem Vogler Quartett

Konzert Das Vogler Quartett, das seit 33 (!) Jahren in unveränderter Besetzung spielt und seit dem Gewinn des Streichquartettwettbewerbs in Evian (1988) zu den wichtigen Ensembles gehört, spielt am Mittwoch kommender Woche, 20 Uhr, das Saisonfinale der „klassisch!“-Reihe im Stadthaus. Auf dem Programm stehen Joseph Haydns Streichquartett op. 77,1 und Sven-Ingo Kochs 2. Streichquartett „Von der Liebe zur Linie“. Und für eines der großartigsten Kammermusikwerke überhaupt, Franz Schuberts Streichquintett C-Dur, bringt das Vogler Quartett noch den Cellisten Mischa Meyer mit. Karten gibt es noch bei der SÜDWEST PRESSE.

Abonnement Den Abonnenten ist bis 8. Juni bei Verlängerung des Abos der alte Sitzplatz garantiert. Neue Abos: Telefonische Reservierung unter 0731/156-423 und -855.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel