Ulm Kammerkonzert im Podium: Beherztes "Forellenquintett"

Mit dem Sextett op. 55 von Hans Pfitzner eröffneten die Philharmoniker das 6. Kammerkonzert der Saison.
Mit dem Sextett op. 55 von Hans Pfitzner eröffneten die Philharmoniker das 6. Kammerkonzert der Saison. © Foto: Martina Dach
Ulm / GOTTFRIED LOTHAR 26.03.2014
Das war auch eine kleine Schubertiade im Podium des Theaters Ulm: Das 6. Kammerkonzert der Philharmoniker bot das "Forellenquintett".

Das Sextett für Klarinette, Streichtrio, Kontrabass und Klavier g-Moll op. 55, das letzte Kammermusikwerk Hans Pfitzners, entstand im Sommer und Herbst 1945, als der Komponist wegen eines Armbruchs in Garmisch-Partenkirchen im Krankenhaus weilte. Der wegen seiner Nazi-Kontakte diskreditierte Meister nannte das Werk aufgrund seiner unbeschwerten Heiterkeit eher eine Suite. Die sechs Instrumente werden gleichberechtigt behandelt und wechseln von brillanten Soli über klingende Duette hin zum einfachen Schönklang, bei dem nichts mehr an die lyrisch-dramatischen Haupt-Werke des Komponisten erinnert. Schubert, Dvorak und Salonmusik britischer Bäder sind diesem Stück näher als deutsche Dramatik.

Klarinettist Burkhard Harstorff, Konzertmeister Tamás Füzesi, Solo-Bratschistin Stefanie Flaig, der im Orchester noch neue Cellist Christian Bertoncello aus Bozen sowie Solo-Kontrabassist Jost Butzko, allesamt Mitglieder des Philharmonischen Orchesters, sowie Thomas Leander, Konzertpianist und Prorektor der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, waren wahrhaft treffliche Fürsprecher dieser fünf-teiligen Komposition. Ausnahmsweise im Podium statt im Foyer ging dieses Kammerkonzert der Philharmoniker über die Bühne: In der Black Box erklangen viele Facetten der Musik noch direkter.

Franz Schuberts sogenanntes "Forellenquintett"" aus den Jahren 1819/20 wurde mit überraschend zupackendem Schwung angegangen und bis zum Schluss temperamentvoll durchgehalten. So geriet dieses ach so bekannte Klavierquintett nie in die Nähe von wienerischer Sentimentalität, sondern rauschte beherzt an den Zuhörern vorüber. Trotz ein paar Ermüdungserscheinungen bei den Musikern gelang eine beredte Interpretation, die sich auch nicht scheute, im Variationssatz über das Forellenlied, den sich zu Tode zappelnden Fisch an der zuckenden Rute, deutlich auszuspielen.

Mit dem Scherzo als Zugabe endete das zu Recht begeistert aufgenommene Konzert.