Ulm Kalender 2017: Das Münster in Pop-Art!

Das ist der Februar. 2017 bietet er in der Version Mayer/Geggerle 28 Tage frostigen Farbenrausch.
Das ist der Februar. 2017 bietet er in der Version Mayer/Geggerle 28 Tage frostigen Farbenrausch. © Foto: Mayer
Ulm / JAKOB RESCH 20.09.2016
Die Kalendersaison 2017 beginnt. Der erste kommt vom Ulmer Münster.

Das Leben im Ulmer Münster ist kunterbunt. Da haben jetzt die Kirchenchöre wieder die Probenarbeit aufgenommen. Da ist das Münster zur Reformationskirche 2017 ernannt worden. Da wird zum Einsteinmarathon ein eigener Gottesdienst gefeiert. Da stehen die Tage für Alte Musik an. Da spielt die Kirche bei der Kulturnacht mit. Und überhaupt und sowieso sorgen die Münsterfenster bei Sonnenlicht für farbenfrohe Reize.

Ein ganz bunter Vogel, was das angeht, war der Pop-Art-Künstler Andy Warhol, dem das Münster aber nicht unters Drucksieb gekommen ist. Dafür gibt es jetzt einen Münsterkalender im Warhol-Stil, vorgelegt vom Fotografen Reinhold Armbruster-Mayer aus Söflingen, der sich dafür diesmal die Grafikerin Lioba Geggerle aus Neu-Ulm mit ins Boot holte.

Das Projekt ist auf Umwegen zustandegekommen, erzählt Mayer. So stand ganz zu Anfang im Raum, eine Souvenir-Tasse für das Münster zu gestalten, logischerweise mit einem entsprechend knalligen Bild. Da dachte Mayer an Lioba Geggerle – „eine Super-Grafikerin“ im an super Grafikern traditionsgemäß nicht armen Ulm – und bat sie, was zu entwerfen. „Das hat mir dermaßen gut gefallen“, dass mehr daraus wurde.

Es traf sich gut, dass der Fotograf zur selben Zeit dabei war, seinen aktuellen Münsterkalender zu machen. Tja, und was soll man schon zu Fotos vom Münster sagen? „Es ist schon hundertausendemale fotografiert worden, von oben und von unten – auch von mir.“ So lief die Sache quasi zwangsweise auf die Grafikerin zu, die noch über das Titelblatt hinaus gleich alle zwölf Kalenderfotos per Bildbearbeitung im Stile plakativer Pop-Art verfremdete.

Das Ergebnis ist zwar nicht ganz so durchgeknallt, als befände man sich gerade auf Ulmer Drogen-Trip – man will die Kundschaft ja nicht gleich total verschrecken, obschon sie in der Stadt aus dem Museum und der Weishaupt-Kunsthalle Pop-Art gewohnt sein müsste. Doch ein phantastisch anderes Bild vom Münster bekommt der Betrachter allemal.

Und was wird jetzt aus der Geggerle-Tasse? „Die ist in der Produktion.“ Das heißt irgendwo in China. Und zum Motiv auf der Tasse wird nur so viel verraten: „Es ist nicht im Kalender drin.“

Info „Der Kalender Ulmer Münster 2017“ ist ab sofort an der Münsterpforte, im Stadthaus, bei den Buchhandlungen Herwig, Hugendubel und Thalia sowie bei Grünvogel in Söflingen  zu haben. Der große kostet 14,95, der kleine 10 Euro. 2 Euro fließen in den Erhalt des Münsters.