Obdachlose im Winter Kälte bringt Wohnungslose in Not - So könnt ihr helfen

Wenn die Temperaturen sinken, es nasskalt und frostig wird, beginnt für Wohnungslose die härteste Jahreszeit.
Wenn die Temperaturen sinken, es nasskalt und frostig wird, beginnt für Wohnungslose die härteste Jahreszeit. © Foto: Martin Gerten/dpa
Ulm / Uwe Keuerleber 21.01.2019
Jedes Jahr, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, wird es für Obdachlose lebensgefährlich.

Für Obdachlose in Ulm gibt es eine große Anzahl verschiedener Hilfsangebote. Ein Kältebus, den es beispielsweise in Städten wie Berlin, Frankfurt oder Hamburg gibt, gibt es in Ulm dagegen nicht, obwohl auf Facebook immer wieder das Gerücht verbreitet wird.

Was kann man tun?

Wer einen Obdachlosen in einer offensichtlichen Notsituation auffindet, sollte sofort den Notruf (112) verständigen, rät Jörg Riehemann. Der gelernte Sozialpädagoge ist Leiter der Wohnungslosenhilfe der Caritas Ulm. Ist die Lage nicht so eindeutig, so sollte man sich zunächst auf das Bauchgefühl verlassen und sich fragen, ob die Person ihre eigene Lage noch selbst einschätzen kann. Reagiert sie auf Ansprache? Ist die Person vielleicht alkoholisiert oder gibt es Anzeichen auf Drogenkonsum? Im Zweifel sollte man die Person fragen, ob sie Hilfe möchte. Daraufhin sollte dann gegebenenfalls der Notruf gewählt werden. Die Caritas selbst tue ihr Bestes, sagt Riehemann, sei allerdings auf Spenden angewiesen. Bürger könnten sowohl mit Sachspenden wie Kleidung oder Schlafsäcke als auch mit Geldspenden helfen, welche beispielsweise für medizinische Versorgung, Brillengläser oder Zahnersatz benötigt werden.Insgesamt sei die Lage unter Kontrolle, resümiert Riehemann. Besorgniserregend sei allerdings der Anteil von obdachlosen Frauen, welcher in den letzten Jahren sprunghaft anstieg und gegenwärtig bis zu 25 Prozent beträgt. Dieser Trend sei noch dramatischer unter den 18- bis 25-Jährigen, wo der Frauenanteil etwa 50 Prozent beträgt.

Zahlen der Wohnungslosen leicht gestiegen

Im Vergleich zu 2016 ist die Gesamtanzahl der Obdachlosen in Ulm und Umgebung 2017 zwar um zwei Prozent angestiegen, allerdings liegen die 401 bekannten Fälle deutlich unter der Rekordmarke von 2015, als 514 Obdachlose registriert wurden.


In Ulm selbst gäbe es momentan zwischen 200 und 250 Wohnungslose, sagt Riehemann. Die genaue Anzahl sei allerdings schwer zu ermitteln, da sich viele Betroffene nicht bei den offiziellen Anlaufstellen melden, sondern stattdessen im Wald zelten, unter Balkonen schlafen oder in alten Gartenhütten Schutz suchen. Bei den offiziellen Anlaufstellen für Obdachlose, wie etwa das DRK-Übernachtungswohnheim in der Frauenstraße, melden sich aufgrund der extremen Wetterlage momentan zwischen 50 und 60 Schutzbedürftige pro Tag, so Riehemann, während diese Zahl im Sommer auf 20 bis 30 sinke.

Information erhalten Sie per Telefon: 0731 969996-0

oder E-Mail: fbs@caritas-ulm-alb-donau.de

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