Ulm Kabel BW ordnet Programme neu - Techniker im Dauereinsatz

Kabel BW hat seine Frequenzen neu geordnet. Techniker sind auch in Ulm im Einsatz, um zu helfen, die Programme wieder richtig einzustellen.
Kabel BW hat seine Frequenzen neu geordnet. Techniker sind auch in Ulm im Einsatz, um zu helfen, die Programme wieder richtig einzustellen. © Foto: Mathias Bartels
Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 28.06.2013
Immer wieder der gleiche Aufschrei: Wenn Kabelanbieter die Fernsehprogramme neu sortieren, finden Kunden auf den angestammten Plätzen ihrer Fernsehgeräte nur ein Grieseln. Und Techniker sind im Dauerstress.

„Zur Zeit können wir Ihnen nicht behilflich sein, weil wir alle im Außendienst sind.“ Wer am Freitag einen der Fernsehtechniker in Ulm angerufen hat, hat vielleicht diesen Text auf dem Anrufbeantworter gehört. Oder die Leitung war besetzt – minutenlang, gefühlt oft auch stundenlang. Der Grund: Nachdem Kabel BW in der Nacht zum Donnerstag die Belegung der Sendefrequenzen neu geordnet hat, fanden viele ihre eingestellten Programme nicht mehr auf den angestammten Platz.

Was dann folgen muss, ist für die Technikversierten vielleicht lästig, aber kein wirkliches Problem. Der Sendersuchlauf muss aktiviert werden, es gilt die Lieblingsprogramme in der Favoritenliste neu zu ordnen. Das dauert, wenn die Geräte entsprechend ausgestattet sind, allenfalls ein paar Minuten.

Für Unkundige, und darunter befinden sich auch sehr viele ältere Menschen, wächst sich das Ganze aber zu einem Riesenproblem aus. Das Grieseln in der Glotze sorgt für Gruseln und lässt sie schier verzweifeln. Ein Fernsehtechniker muss her. Und die waren beispielsweise von den Firmen Grees in Jungingen oder Conrad in Söflingen am Donnerstag und auch gestern praktisch dauerhaft im Einsatz.

„Wir rennen uns die Hacken ab“, stöhnte Alexander Deinert in Jungingen. Vier Grees-Mitarbeiter seien seit Donnerstagvormittag unterwegs, „ohne Mittagspause und bis nach 22 Uhr“. Und einer versucht, am Telefon weiter zu helfen. Auch drei Mitarbeiter der Firma Conrad aus Söflingen fuhren von Haus zu Haus, um Fernsehgeräte neu einzustellen. Und drei Mitarbeiter versuchten, den Kunden am Telefon zu helfen. Mit Kosten ist der Aufwand natürlich auch verbunden. So berechnen Grees und Conrad, abhängig davon, ob es eigene Kunden sind und wie hoch der Aufwand ist, zwischen 50 und 100 Euro. „Bei manchen Geräten geht es ganz leicht“, sagt Deininger. Es gebe aber auch Marken, „bei denen ist auch ein Techniker gefordert.“

Bei Kabel BW weiß man um das Problem. So versicherte Pressesprecherin Melanie Degueldre-Beyer, dass man solche großen Neusortierungen nur selten durchführt, das letzte Mal vor fünf Jahren. „Und so schnell wird das auch nicht mehr vorkommen.“ Dabei hat Kabel BW nur drei Sender neu eingestellt, diese in HD-Qualität, aber nur im extra zu bezahlenden Pay-TV: „Spiegel TV Wissen“, „Auto Motor Sport“ und „Lust pur“. Wichtiger sei es gewesen, sagte sie, das Kabel-Netz wieder einmal aufzuräumen, um damit mehr Platz zu schaffen. Sie bezeichnete es als „großes Reinemachen“. Dass Kunden mit der Einstellung ihrer Geräte überfordert sind, kann sie gut verstehen.

Kabel-BW-Techniker würden über die gebührenpflichtige Hotline (Telefon 01805/888150) auch Hilfestellungen geben, aber nur wenn der Kabel-BW-Receiver genutzt wird. Ist der Empfänger im Fernsehgerät eingebaut, wird es schwieriger. Da würden auch die Kabel-BW-Techniker ob der Marken-Vielfalt an ihre Grenzen stoßen.