Dieser Entwurf hat die Jury überzeugt: Vor allem für die Kundenfreundlichkeit hat das Stuttgarter Büro Bez + Kock Architekten eine gute Lösung gefunden – und genau darum soll es ja gehen beim neuen Dientsleistungszentrum der Bürgerdienste der Stadt Ulm neben der Handwerkskammer in der Olgastraße. Am Freitag tagte das Preisgericht zu 21 Wettbewerbsarbeiten.

Der Neubau soll nach Beschluss der Stadträte diverse Sachgebiete zusammenführen, die bislang vor allem am Kornhausplatz und in der Sattlergasse untergebracht sind. Anhand der Pläne hat sich gezeigt: „Je flächiger, desto besser“, wie Prof. Jörg Aldinger aus Stuttgart, der Vorsitzende des Preisgerichts, sagt. So sieht der Siegerentwurf vor, in einem zweigeschossigen Sockelbau die publikumsintensiven Bereiche unterzubringen. „Das ist absolut vorteilhaft.“ Der Kunde wird von einer Theke empfangen und über Wartezonen und eine große Treppe in die Bürobereiche weitergeleitet.

Ganz unten liegt zum Beispiel die Führerscheinstelle. Aldinger weiter: „Nach oben hin nimmt die Diskretion im Haus dann zu“, zum Beispiel für die Ausländerbehörde im ersten Obergeschoss. „Die Funktion erschließt sich wie von selbst – eine selbsterklärende Architektur“, die beinahe ohne Beschilderung auskomme. Der Kopfbau hat dann insgesamt sieben Geschosse.

Dabei trumpfe die Architektur nicht auf, auch das war Bedingung: Angemessenheit. „Es geht um einen Funktionsbau, der eine Haltung braucht“, nicht um einen Repräsentationsbau. Das stellt sich in der Fassade als engmaschige Gliederung mit bodentiefen Fenstern dar, die eine Umorganisation der Räume dahinter erlaubt, sowie in weiß durchfärbtem Beton. „Sehr freundlich.“

Städtebaulich lagen die Dinge im Prinzip klar. Der Bau nimmt eine Raumkante aus der Innenstadt auf, die mit den Sedelhöfen entsteht. Außerdem ist schon die neue Haltestelle im Norden berücksichtigt. Die Sockelgeschosse können später elegant von einer Neubebauung nach Westen aufgenommen werden.

Das Investitionsvolumen beläuft sich auf über 13 Millionen Euro. Ende 2014 soll der Baubeschluss fallen, sagt Ralf Michnik vom Gebäudemanagement der Stadt. Mit Baubeginn im Frühjahr 2015 sollen Mitte 2016 rund 110 Mitarbeiter der Bürgerdienste einziehen können. Sie bedienen 125.000 Kunden im Jahr.