Kuhberg Jury findet für Wohngebiet Egginger Weg zwei Pläne gleich gut

Kuhberg / JAKOB RESCH 01.02.2013
Am Kuhberg entsteht ziemlich zentral ein neues Wohngebiet, nämlich langgezogen bergan im Zwickel zwischen Egginger und Grimmelfinger Weg. Dafür wurden jetzt zwei unterschiedliche Vorentwürfe ausgewählt.

Eins mal gleich vornweg: Das Maibaumwiesle bleibt unangetastet. „Und auch die Kühe bleiben stehen“, sagt Ulrike Lauber zum Arrangement, das zum 100. Geburtstag des Kuhbergvereins im vergangenen Jahr dort aufgestellt worden ist. Die Architektur-Professorin aus München zeigte sich am Donnerstag bestens vertraut mit den Ulmer Befindlichkeiten. Sie saß der Jury vor, die die Arbeiten des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs für ein „Wohnquartier am Egginger Weg“ bewertet hat. Um 9 Uhr war die Sitzung losgegangen, um 19 Uhr erst gingen die 25 Teilnehmer auseinander. „Aber ich habe eine halbe Stunde Mittag eingeräumt . . .“

Tatsächlich muss die Beurteilung der 16 Arbeiten – aus Ulm war keine dabei – eine spannende Angelegenheit gewesen sein. Ulrike Lauber: „Sie brachten sehr unterschiedliche Konzepte.“ Was auch mit den Gegebenheiten zu tun hat: „Ein spannendes Stück Ulm zwischen Stadt und grünem Bereich.“ Für dessen Gestaltung allerdings Kleingärten draufgehen. Auf einer Fläche in der Größe von sieben Fußballfeldern sollen 250 Wohnungen entstehen (Wohngebiet Klinikum Safranberg: 400). „Die Entwürfe sind dichter ausgefallen und sehen trotzdem eine relativ lockere Bebauung vor“, so die Chef-Jurorin. Am Ende blieben zwei übrig, die ihrerseits „zwei komplett unterschiedliche Ansätze“ verfolgen:

Arbeit 1: Der Entwurf des Büros Kawahara Krause Architects aus Hamburg (Tatsuya Kawahara und Ellen Kristina Krause) sieht drei größere, in sich geschlossene Hausgruppen vor, unter den Fachleuten Cluster genannt. In ihnen kann eine Vielfalt von Wohnungstypen und Hofsituationen verwirklicht werden. Dazwischen liegen freie Grünflächen mit ehemaligen Gebäuden der Bundesfestung (siehe Info-Kasten). Nach Norden ziehen die Gebäude einen Riegel zum Egginger Weg, was gut gegen Lärm, aber schwierig für die Lichtverhältnisse ist. Die Erschließung ist relativ aufwendig mit unterirdischem Straßensystem.

Arbeit 2: Der Entwurf des Büros Umbau-Stadt aus Weimar (Dr. Lars Bölling und Vinzenz Dilcher) sieht eine lineare Anordnung der Gebäude mit einer verkehrsberuhigten Erschließungsstraße für Fußgänger, Rad- und Autofahrer (modern: „Shared-Space“ genannt) in der Mitte vor, parallel zu Egginger und Grimmelfinger Weg verlaufend. An der zentralen Achse liegen Hausgruppen mit Hausgärten. Geparkt wird wie im anderen Entwurf und wie gefordert in Tiefgaragen, für den Besuchsverkehr ist oberirdisch Platz.

Damit gibt es nach einstimmigem Beschluss zwei zweite Preise und fürs erste noch kein Ergebnis, welches als Grundgerüst die beste Lösung für das Areal ist. Die beiden Büros werden aufgefordert, ihre Entwürfe weiterzuentwickeln. Dann wird nachjuriert. Das Konzept des Gewinners wird dann im Bebauungsplanverfahren weiterverfolgt.

Info Die Arbeiten des Wettbewerbs fürs Wohnquartier am Egginger Weg sind von Samstag, 2. Februar, bis einschließlich Samstag, 9. Februar, öffentlich ausgestellt, in Messehalle 7 auf dem Ulmer Messegelände in der Friedrichsau, jeweils 13 bis 18 Uhr.

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