Jungingen Junginger Rathaus eingeweiht - Kosten 1,8 Millionen Euro

Jungingen / BERND RINDLE 10.12.2014
Es ist vollbracht: Der Teilort Jungingen hat ein brandneues Rathaus. Am Mittwoch ist es vor einem großen Publikum offiziell eingeweiht worden.

Der Neubau eines Rathauses ist heutzutage angesichts klammer kommunaler Kassen längst keine alltägliche Angelegenheit mehr. Schon gar nicht dort, wo Ortsverwaltungen als kommunale Außenstellen ihren Dienst am Bürger verrichten. Dass dies in Jungingen gelungen ist, liegt zu einem Gutteil am Nutzungskonzept für das Haus, in dem neben der Verwaltung auch die Volksbank Ulm-Biberach und mit dem Spezialkamera-Hersteller Cubert ein innovatives Unternehmen untergebracht sind.

Dem Anlass entsprechend groß war die Gästezahl bei der Einweihungsfeier im restlos gefüllten Dachgeschoss-Sitzungssaal, wo sich Ortsvorsteherin Marion Schindler bei allen Projekt-Beteiligten bedankte. Allerdings hat es vom Grundstein zum „Meilenstein“ in der Junginger Geschichte ein wenig gedauert. Zumal bereits 2008 erste Überlegungen zur Verbesserung der Quartiersituation angestellt worden waren. „Wir haben ein Jahr selber ‚rumgefummelt“, erinnerte sich Schindler an die vergeblichen Planungsbemühungen. „2008 war vorüber, dann sind wir zu Herrn Wetzig gegangen und haben ihn um Hilfe gebeten.“

Mit Erfolg: Knapp vier Jahre und einen Architektenwettbewerb später war der Bauantrag fertig, am 19. September 2013 wurde der Grundstein gelegt. Heuer im Oktober war der schmucke Bau schräg gegenüber des alten Rathauses, das heute wie ein Mahnmal wirkt, fertig. 1,8 Millionen Euro hat die Umsetzung des Werks aus der Architektenfeder von Mühlich, Fink & Partner den Bauherrn, die Projektentwicklungsgesellschaft Ulm, gekostet. Unter der Bauleitung des Friedrichshafener Architekturbüros entstand das Gebäude mit einer Nutzfläche von 660 Quadratmetern inmitten des neu gestalteten Ortszentrums, das 2016 endgültig fertiggestellt sein soll.

Bei der Bürgerschaft sei das barrierefreie Haus gut angekommen, sagt Marion Schindler: „Wir bekommen nur Lob.“ Das sie prompt an Oberbürgermeister Ivo Gönner weitergab: „Sie haben in Ihrem Haus wirklich gute Leute“, bedankte sie sich für Unterstützung, Planung und reibungslose Umsetzung.

Gönner wiederum dankte den operativ Beteiligten, lobte seinerseits das Nutzungskonzept und die Bereitschaft der Volksbank, im ländlichen Raum Flagge zu zeigen, was keine Selbstverständlichkeit sei. Das Bekenntnis zu den Ortsteilen und die Bemühungen um die Verbesserung der Verhältnisse gehörten dagegen zum kommunalen Selbstverständnis der Stadtverwaltung: „Wir versuchen die Arbeitsbedingungen so gut wie möglich zu halten in den Ortschaften.“

Ein Teil der Investitionskosten wird über die Mieteinnahmen zurück gewonnen. Was die Volksbank betrifft, zumindest für die kommenden 20 Jahre. Danach übernimmt die Stadt die Räume. Damit könnten dann auch die Junginger Banktage gezählt sein.

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