Ulm Jugend hackt jetzt auch an der Donau

 
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Ulm / SWP 12.06.2015
Am heutigen Freitag wird an der Uni Ulm zum ersten Mal der Süd-Ableger des "Hackathons Jugend hackt" veranstaltet. Stefan Kaufmann, Mitglied des Orga-Teams erklärt, was das ist. Um was geht es bei "Jugend hackt"?

Heute wird an der Uni Ulm zum ersten Mal der Süd-Ableger des "Hackathons Jugend hackt" veranstaltet. Stefan Kaufmann, Mitglied des Orga-Teams erklärt, was das ist.

Um was geht es bei "Jugend hackt"?

STEFAN KAUFMANN: Während es Wettbewerbe wie "Jugend musiziert" und "Jugend forscht" schon seit Jahren gibt, lernen junge Menschen den Umgang mit Informatik oft nur im Kinderzimmer, eignen sich alles selbst an. Oft können auch die Schulen kaum mit dem rasanten Fortschritt mithalten. Jugend hackt möchte das ändern. "Mit Code die Welt verbessern" ist das offizielle Motto: Interessierte treffen auf Gleichgesinnte, tüfteln an Prototypen, Werkzeugen und Konzepten für ihre Vision einer besseren Gesellschaft.

An wen richtet sich Jugend hackt?

KAUFMANN: An Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Jugend hackt Süd ist speziell für Interessierte aus Süddeutschland und das angrenzende Ausland konzipiert. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend nötig, denn sie werden von ehrenamtlichen, technisch versierten Mentoren begleitet.

Was wollen Sie erreichen?

KAUFMANN: Ziel ist, die vorhandene Programmierbegeisterung zu fördern und sie für die gesellschaftspolitische Verantwortung zu sensibilisieren, die mit diesen Fähigkeiten verbunden ist. Gleichzeitig wurden bei den bisherigen Veranstaltungen großartige Ideen entwickelt, die für die Gesellschaft großen Wert haben können! Zu den bisherigen Jugend-hackt-Veranstaltungen in Berlin kamen Jugendliche aus ganz Deutschland. Das ist aus Freiburg oder Passau dann doch ein ganz schönes Stück. Wir wollen auch denen die Teilnahme ermöglichen, die nicht eigens nach Berlin reisen können. Mit offenbar sehr gutem Erfolg - wir sind seit Wochen ausgebucht.

Was versteht man unter dem Begriff Open Data?

KAUFMANN: Da gibt es eine Definition von Professor Joern von Lucke und Christian Geiger, der mittlerweile Ulm-2.0-Beauftragter der Stadt ist. Die lautet so: ,Offene Daten sind sämtliche Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit der Gesellschaft ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden.' Das kann vom kommunalen Haushaltsplan über Geodaten wie zu einem Baumkataster oder Straßen mit Geschwindigkeitsbegrenzung reichen und vieles mehr. Hauptsache die Daten werden frei zur Verfügung gestellt und können für interessante neue Dinge verwendet werden.

Was waren die bisher herausragendsten Projekte?

KAUFMANN: Für mich sind das zum Beispiel ein Armband, das aus Daten der OpenStreetMap erkennt, wann man sich im Überwachungsbereich einer Kamera befindet und dann mit Vibration darauf hinweist. Ein anderes Beispiel ist eine Pillenbox für demenzkranke Menschen, die erkennt, ob das Medikament rechtzeitig genommen wurde. Wenn nicht, wird erst eine Erinnerung ausgegeben, nach einer gewissen Zeit das Pflegepersonal alarmiert. Oder, ganz neu: Bäume, die freies Wlan für alle zur Verfügung stellen - wenn man auf einem daneben installierten Fahrrad strampelt, um den Akku aufzuladen und dabei noch die umliegenden Pflanzen zu gießen.

Henri Gallbronner, 15 Jugendreporterteam

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