Johnny Varro präsentiert Klasse-Jazzer

GOTTFRIED LOTHAR 14.03.2012
Das war eine echte Swing-Gala im Edwin-Scharff-Haus. Dort gastierte die "Johnny Varro Swing 7" mit dem Stargast Pete York am Schlagzeug.

Bereits zum dritten Mal leistet sich Johnny Varro den Luxus, zusammen mit besten Musikern die Musik zu spielen, die ihm am meisten am Herzen liegt. Und so bringen die "Johnny Varro Swing 7" den swingenden Jazz auf einem Niveau zu Gehör, das selten so zu hören sein wird. Am Morgen spielte das Septett noch in Luzern, bevor es in bester Spiellaune im Edwin-Scharff-Haus für glückliche musikalische Stunden sorgte.

Johnny Varro, der gerade 82 Jahre alt geworden ist, zählt zu den weltweit besten Swing-Pianisten. Seine Arrangements sprühen vor harmonischem Ideenreichtum und lassen jedem Solisten viel Raum, sein stupendes Können vorzuführen. Denn neben dem begnadeten Mann am Klavier spielen noch Randy Sandke Trompete und Dan Barrett Posaune, die beide noch mit der letzten Band Benny Goodmans auf Tournee gewesen sind. Am Saxophon sind Richard Exall und Engelbert Wrobel zu finden, wobei Letzterer auch mit der Klarinette zu hören ist. Vervollständigt wird das Ensemble von Wolfgang Mörike am Bass und dem Benjamin in der Truppe, dem Ulmer Schlagzeuger Bernard Flegar.

Alle Musiker haben Erfahrungen in den verschiedensten Ensembles gemacht, und so wunderte es auch nicht, wenn die solistischen Einlagen zwar vom Feinsten sind und jedes Zuhörerherz Freudensprünge machen ließen, sie aber niemals aus dem Rahmen fielen und das Miteinander-Musizieren immer im Vordergrund stand. "Just Squeeze Me" von Duke Ellington, "Pump Pum" von Eddie Condon, "Corner Pocket" von Freddie Green und "What Am I Here For?" von Count Basie erklangen auf diese Weise.

Und dann war da noch der Gast, den Bernard Flegar für das Konzert vor heimischer Kulisse eingeladen hatte: der britische Schlagzeuger Pete York, der seit 1984 in Deutschland lebt. Der begnadete Drummer beeindruckte mit Arrangements von Gene-Krupa-Nummern wie "Drummin Man", "Wire Brush Stomp", "Leave Us Leap" und dem "Disc Jockey Jump". In zwei Drum-Battles mit Bernard Flegar brannte die Luft vor rhythmischer Spannung, wenn die zwei Musiker sich die Vorlagen zuspielten, nachspielten, variierten und sich eigentlich im Schlagzeug-Duett vereinten.

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