Ulm Jobcenter Ulm läuft im zweiten Jahr

VERENA SCHÜHLY 08.06.2013
Das Jobcenter Ulm war erfolgreich, Gelder aus Bundes- und Landestöpfen zu ergattern. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger hingegen sinkt kaum.

Seit 2012 gibt es in Ulm das Jobcenter, in dem Sozialamt und Agentur für Arbeit gemeinsam die Hartz-IV-Empfänger betreuen und auf Arbeitssuche unterstützen. Die Zahl der betreuten Haushalte liegt nach wie vor bei rund 3000, mit rund 5400 Personen. "Im vergangenen Jahr gab es einen minimalen Rückgang", sagte Monika Keil, die Geschäftsführerin des Jobcenters, im jüngsten Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales. Als positive Botschaft brachte sie mit: "Wir brauchen weniger Geld, weil wir erfolgreich waren beim Einwerben von Drittmitteln."

Das Beschäftigungsförderungsprogramm 2013 hat drei Säulen. Die erste sind Bundesmittel: Hier bekommt die Ulmer Behörde 1,84 Millionen Euro für Integrationsmaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt. Damit können laut Keil 970 Einzelförderungen finanziert werden. Weitere 540 000 Euro gibt es aus einem Sondertopf "50 plus".

Zweite Säule ist das Landesprogramm "Gute und sichere Arbeit". Vor Ort wird es getragen von der Neuen Arbeit und der Caritas. Die Neue Arbeit bietet Teilzeitausbildung für Alleinerziehende an, zehn Plätze sind genehmigt. Über das Projekt "Durante" wurden 24 befristete Plätze geschaffen, um Perspektiven für Langzeitarbeitslose durch sozialpädagogische Betreuung zu entwickeln. Die Caritas hat 10 Plätze im Projekt "Nil", was für nachhaltige Integration langzeitarbeitsloser Menschen steht. Bei Nil geht es darum, Wiedereinsteigern sozialpädagogische Betreuung zur Seite zu stellen, die sich bei Schwierigkeiten einschalten, um eine vorzeitige Kündigung zu verhindern.

Die letzte Säule ist die kommunale Beschäftigungsförderung. Die Stadt hat für die Dauer von zwei Jahren 10 Einfacharbeitsplätze eingerichtet für Menschen, die schon lange arbeitslos sind und mehrere Vermittlungshemmnisse haben. "Die Lohnkosten werden zur Hälfte aus dem Eingliederungsbudget des Jobcenters subventioniert", erklärte Keil. Die Kosten für die Stadt belaufen sich auf jährlich 141 000 Euro.

Weiter hat die Stadt mit der Caritas über das Projekt "Jobcoach" einen Vertrag geschlossen über 23 000 Euro in 2013, um Wiedereinsteiger sozialpädagogisch zu betreuen und als Ansprechpartner für Arbeitgeber zu fungieren. Für 2014 betragen die Kosten 29 000 Euro.