Ulm / Ulrich Becker Der Pokalsieg könnte eine Initialzündung sein für die weitere Entwicklung im Ulmer Fußball, meint Ulrich Becker.

Was für ein Festtag in Ulm! Der Samstag brachte bei vielen in der Stadt Erinnerungen an längst vergangene Tage zurück: Ein perfekter Fußballnachmittag, an dem weitestgehend friedliche Fans aus Frankfurt und Ulm den Sport und sich selbst gemeinsam feierten.

Im Donaustadion, das zum ersten Mal seit dem letzten Bundesliga-Heimspieltag vor mittlerweile 18 Jahren wieder ausverkauft war, entstand dann jene Atmosphäre, die in dieser Intensität nur der Fußball hervorbringt: Emotion, Leidenschaft, gekrönt durch einen sensationellen Sieg. Der Imagegewinn für den Verein und  die Stadt: unschätzbar. Tagesschau, Auftritt im Aktuellen Sportstudio, Schlagzeilen in allen Zeitungen des Landes – die Reichweite übersteigt jede Marketingkampagne der Stadt.

Zuallererst ist das ein Verdienst von SSV-Sportvorstand Anton Gugelfuß und seiner Truppe. Sie hat durch beharrliche Aufbauarbeit bewiesen, dass in Ulm auch seriös Fußball­entwicklung betrieben werden kann. Der Pokalsieg könnte eine Initialzündung für den weiteren Fortgang sein. Keine leichte Aufgabe: Erfolg – selbst in der als erstes Ziel ausgemachten dritten Liga – kostet im Profifußball heute Millionen. Öffentliche Gelder wird es dafür kaum geben. Das müssen jene stemmen, die am Samstag auf der Ehrentribüne ihre Spatzen wieder bejubelten: Unternehmer und Sponsoren. Das viel kleinere Heidenheim hat vorgemacht, wie es gehen kann. Ulmer, worauf wartet ihr?

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