Ulm / CHRISTINE LIEBHARDT  Uhr
Die Ulmer Frühjahrsmesse Leben-Wohnen-Freizeit hat ihre Tore geöffnet. Besucher erwartet viel Altbewährtes und wenig Neues. Ein Rundgang über die Messe. Und das Gastland Italien macht sich kaum bemerkbar.

Steht ein kleines braunes Shetland-Pony auf der Leben Wohnen Freizeit und schmeißt einen Eimer Wasser um... Hört sich an wie ein Witz? Ist aber keiner: In der allerletzten Halle, im allerletzten Winkel, steht Felix, das Pony, neben Islandstute Hetja. Und versetzt mit seiner ungeschickten Art eine Truppe junger Reiterinnen in Aufregung, die sich wegen der nassen Streu sorgen. Pferde auf der Ulmer Frühjahrsmesse? „Ich hab’ das Stichwort ,Freizeit’ gesehen, und das ist unser Ding“, erklärt Michaela Heuer, die die beiden „sehr ruhigen“ Tiere mitgebracht hat. Mit ihrer Reitschule präsentiert sie sich dort zum ersten Mal. Echte Pferde auf der Ulmer Frühjahrsmesse also. Kategorie: Öfter mal was Neues.

Dagegen gibt es Konstanten im Leben, die gehören einfach dazu. Und die LWF, wie die Ulmer ihre Leben Wohnen Freizeit nennen, gehört ganz definitiv dazu. Zum Frühling, in dem sie jedes Jahr vor allem Häuslesbauer in ihre weitläufigen Hallen zieht. Da ist es auch egal, wenn das Wetter gar nicht frühlingshaft, sondern so trüb und nasskalt ist wie am Samstag, als die LWF zum 43. Mal eröffnet worden ist. Doch obwohl die Sonne den mehr als 500 Ausstellern keine Konkurrenz machte: So richtig viele Besucher waren noch nicht da. Ob das, Pony hin, Pony her, an ein wenig zu viel Konstanz liegt?

Schlendert man durch die Hallen, sieht man vor allem viel Bewährtes und Bekanntes: An mindestens vier Ständen werden diverse Dampfbügelsysteme angeboten, an drei anderen Whirlpools, die bald so viel wie ein Kleinwagen kosten. Auch Infrarotkabinen und Massagesessel gibt’s gleich bei mehreren Ausstellern. Ansonsten: Luft- und Wasserbetten, Küchengeräte, Schmuck, Outdoor-Bekleidung. Das Angebot in den Hallen 2 und 3 richtet sich vor allem an Haus- und Gartenbesitzer: Dort findet man Solarpanels, Torsysteme, Parkett, Rasenmäh-Roboter und Hochbeete, aber auch Handwerker und Dienstleister. Halle 4, bekannt als „Fresshalle“, ist zur Mittagszeit am besten gefüllt, und das Spanferkel draußen auf dem Freigelände ist bereits um kurz nach 12 Uhr nicht mehr als solches zu erkennen. In Halle 5 gibt es eine neue Event-Bühne, auf der vor allem Volksmusik und Schlager gespielt werden. Am Sonntag ist außerdem der SSV Ulm 1846 Fußball zur Autogrammstunde da.

In Halle 6 ist wieder das Kinderland der LWF aufgebaut – großer Sandkasten und das Donaufest als Lego-Landschaft inklusive. In Halle 7 schließlich, wo es neben den echten Ponies an einem anderen Stand Pferdeskulpturen zu kaufen und außerdem Autos anzuschauen gibt, verirren sich nur noch wenige Besucher. Und nach dem Gastland Italien muss man schon ein bisschen suchen. Dann findet man neben Gastronomie vor allem Leder- und Handtaschenhändler, die mit einem „Buongiorno“ und italienischem Charme ihre Waren an die Frau bringen wollen.

Die größte Neuerung indes erwartet Besucher gleich am Eingang: Wer dort geradeaus in den Donausaal geht, tritt ein in „Kunst Schimmer“. Die Ausstellung für Kunst, Streetart und Design haben sich Mitglieder von Ulmer Künstler-Kollektiven ausgedacht. In einer wilden, teils an Beliebigkeit grenzenden Mischung zeigen rund 90 deutsche und internationale Künstler ihre Arbeiten. Die reichen von Malerei über Portrait-Fotografie, Skulpturen und Installationen bis hin zu Magneten, Schmuck und Kleidung. „Kunstinteressierte gewinnen und neue Käuferschichten erschließen“, das ist das Ziel der Messeveranstalter Rainer K. Vogel und Michaela Vogel von der privaten Ulmer Ausstellungs GmbH. Begleitend stehen Live-Musik, Performance, Workshops und Jam-Sessions auf dem Programm.

Zum Schluss zurück zum Konstanten: Auch die SÜDWEST PRESSE und die Sparkasse Ulm sind wieder mit einem gemeinsamen Stand auf der LWF vertreten. Im Foyer bieten sie ein abwechslungsreiches Programm. Auch das ist: wie in jedem Jahr.