Meinung Kommentar zum Naloxon-Projekt der Drogenhilfe: Jeder Tote ist einer zu viel

Jeder Drogentote ist einer zu viel, findet Rudi Kübler.
Jeder Drogentote ist einer zu viel, findet Rudi Kübler. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Rudi Kübler 20.01.2019
Mit dem Nasenspray, das den Wirkstoff Naloxon enthält, kann man nichts falsch machen – es rettet im Notfall Leben, kommentiert Rudi Kübler.

Neun Drogentote in Ulm weist die Statistik für 2016 aus, vier waren es 2017. Die Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor – was im Grunde genommen auch keine entscheidende Rolle spielt. Weil jeder Drogentote einer zu viel ist – ob neun oder ob vier. Allein schon aus diesem Grund ist die Initiative der Drogenhilfe Ulm/Alb-Donau richtig: Opiatabhängigen für den Notfall, der eigentlich immer auftreten kann, weil die Zusammensetzung des auf dem Markt erhältlichen Heroins sehr, sehr unterschiedlich ist, das Nasenspray mit dem Wirkstoff Naloxon an die Hand zu geben und sie im Umgang damit zu schulen.

Gut, dass die Drogenhilfe die Initiative ergreift

Muss das jetzt auch noch sein? Diese Frage wird sich jetzt mancher stellen und insgeheim auch gleich beantworten: Wer sich Heroin spritzt, ist selber schuld. Vor dem Problem Drogenabhängigkeit derart die Augen zu verschließen, ist allerdings der falsche Ansatz. Zumal uns das Problem gesamtgesellschaftlich wieder einholt – über die Folgeschäden. Die nämlich können enorm sein, wenn nach einer Überdosis das zentrale Nervensystem irreparabel in Mitleidenschaft gezogen und der Junkie zum Pflegefall wird.

Naloxon ist kein Wundermittel, aber es ist momentan das einzige Mittel, das im Notfall hilft. Schaden richtet es nicht an, es führt auch nicht zu einem riskanteren Heroinkonsum.

Gut, dass die Drogenhilfe jetzt einfach mal vorprescht. Zu warten, bis die Finanzierung für das Projekt steht, wäre falsch: Es könnte Leben kosten.

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