Comedy  James Bond verkauft Klodeckel

Macht sich auf alles einen schwäbischen Reim: Dodokay.
Macht sich auf alles einen schwäbischen Reim: Dodokay. © Foto: Petra Rölinek
Neu-Ulm / Christa Kanand 07.01.2019

Klappe, die Dritte! Witz und Humor rund um die Schwabenseele: Dominik „Dodokay“ Kuhn lockte mit seiner neuen, nunmehr dritten Comedy-Show „Genau mein Ding!“ rund 600 Fans ins Edwin-Scharff-Haus. Wie die Schwaben ticken und schwätzen, das machte der knitze Käppi- und Bartträger an Geschichten, die das Leben schrieb, mit Mutter- und Sprachwitz dingfest. Mit Wiedererkennungswert für rund 600 eher jüngere Mundart-Fans, die sich oft scheckig lachten.

Ironisch überhöhte Vorurteile und Rollenklischees sind das Erfolgsrezept von Kuhn, der unter seinem Internet-Namen Dodokay vor allem bei Youtube-Nutzern berühmt ist. Zum Running Gag wird in seiner Nabelschau die schwäbische Denk-, Lebens- und „brudale“ Sprechweise.

Originell grast Dodokay das Ländle ab, schaut den Leuten zwischen Seckel und Soich aufs Maul. Mit bass-markanter, fisteliger oder keifender Stimme schlüpft er in Männer- und Frauenrollen. Deren Alltagsthemen, und Begegnungen, Gespräche beim Bäcker, mit der Arzthelferin, die jeden Satz mit „grad gschwind“ garniert, oder im Treppenhaus mit der Nachbarin zur Kehrwoche und zur Mülltrennung treffen den Nerv. War in den 80ern der „Russ’“ an allem schuld, ist’s heute der „Chines’“. Oder eben Trumpp, „dr Seggl.

Bei seinem Typenkabarett schöpft der multitalentierte 49-Jährige aus seiner Erfahrung als Produzent, Regisseur, Sprachkünstler, Komiker, Musiker, Übersetzer und Schauspieler. Man kennt ihn vom Radio, vom Film und vom TV. Kultstatus haben seine schwäbisch synchronisierten Video-Clips, die ihn seit Jahren auf Plattformen wie Youtube zum Click-König machen. Mit Talent zur Parodie legt Dodokay dabei Promis in Film- und TV-Szenen neue schwäbische Texte in den Mund.

Klar, dass der „Schwaben-Synchro-Grasdackel“ seine Show mit einigen Clips auf der Großleinwand aufpeppte. Da verdingt sich der umsynchronisierte James Bond im Goldfinger-Sanitärhaus als schwäbischer Klodeckelverkäufer. Doch das tollste Kabinettstückchen kommt aus dem Bundestag: Schäuble, Merkel, Kauder, Trittin, der leicht lispelnde Öttinger & Co. diskutieren als schäbische Vereinsfunktionäre über die Vorbereitungen zu einer Neujahrshockete – zur Freude der Lachmuskeln der Zuschauer.

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