SWU Jahresergebnis von SWU-Chef Eder: Halbierter Verlust von 16,1 Millionen Euro

SWU stellt erstes Jahresergebnis von Chef Klaus Eder vor - im Vergleich zu 2014 beinahe halbierter Verlust von 16,1 Millionen Euro.
SWU stellt erstes Jahresergebnis von Chef Klaus Eder vor - im Vergleich zu 2014 beinahe halbierter Verlust von 16,1 Millionen Euro. © Foto: Matthias Kessler/Oliver Schulz
20.04.2016
Die Stadtwerke schreiben auch unterm neuen Chef Klaus Eder rote Zahlen. Positiv am Horizont: Gewinne aus der normalen Geschäftstätigkeit.

Die Stadtwerke schreiben auch unterm neuen Chef Klaus Eder rote Zahlen. Positiv am Horizont: Gewinne aus der normalen Geschäftstätigkeit.

Ulm/Neu-Ulm. Die Verluste mit 16,1 Millionen gegenüber dem Vorjahr (30,4 Millionen Euro) fast halbiert, im Tagesgeschäft jedoch wieder zurückgekehrt mit 7,2 Millionen Euro in die Gewinnzone nach einem Minus von knapp 100.000 Euro 2015: Von dieser Tendenz berichtet SWU-Chef Klaus Eder.

„Ein zarter Streif am Horizont, der aber keineswegs zu Übermut Anlass gibt“, kommentiert der Mitte vergangenen Jahres berufene neue Geschäftsführer das jetzt dem Aufsichtsrat vorgelegte Jahresergebnis in einer Mitteilung. Positiv sei, dass die Städte Ulm und Neu-Ulm kein weiteres Genussrechtskapital zuschießen mussten, nachdem sie ihre Stadtwerke in den vergangenen Jahren mit insgesamt gut 60 Millionen Euro gestützt hatten. Die Liquidität sei derzeit gut. „Um aus dem Schneider zu kommen, werden wir die Anstrengungen verdoppeln“, sagt Eder. Das Projekt „SWU 2025“ sei mit zwei Zielen im Gang: Kosten senken – was das fürs aktuell knapp 1000-köpfige Personal in nächster Zeit bedeutet, wird nicht ausgeführt; dazu Stärkung traditioneller und Aufbau neuer Geschäftsfelder.

Als Hypothek erweist sich laut Eder nach wie vor die eigene Stromerzeugung. Der Strom aus dem Beteiligungskohlekraftwerk Lünen habe wegen weiter fallender Börsenpreise erneut für Verluste gesorgt – diesmal von 7,6 Millionen Euro. Außerdem habe die nach wie vor nicht mit voller Leistung laufende Holzgasanlage Senden abermals im Wert um 12 Millionen Euro berichtigt werden müssen. Derlei Belastungen führten das Jahresergebnis unterm Strich in die roten Zahlen.

Aus dem Tagesgeschäft erwirtschaftete die Belegschaft der Unternehmensgruppe den Gewinn besagter 7,2 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis beigetragen hätten Erfolge im Strom- und Gasvertrieb, gute Stromerzeugung in den Wasserkraftwerken und gesunkene Personalkosten. Letztere lägen um 3,8 Millionen Euro unter dem Vorjahr, weil Stellen, die durch Ruhestand oder Arbeitgeberwechsel frei geworden sind, konsequent nicht wieder besetzt worden seien. Das Online-Stromgeschäft verzeichne einen Kundenzuwachs von 16 Prozent, die Zahl der Geschäftskunden, die große Mengen abnehmen, sei um mehr als 10 Prozent gestiegen.

Unterschiedlich entwickelt haben sich die Geschäftsbereiche. Die Netz-Tochter habe ein Plus von 14 Millionen Euro erzielt. Trotz Sonderabschreibungen sei SWU Energie mit 1,5 Millionen Euro im Plus gelegen – bei allen Belastungen aus der eigenen Stromerzeugung. Die Verkehrssparte (SWU Verkehr) habe ihren Fehlbetrag um eine halbe Million auf 14,5 Millionen Euro senken können. Befördert haben SWU-Busse und -Straßenbahnen 36,5 Millionen Fahrgäste.

Investiert haben die SWU 23 Millionen Euro. An Städte und Gemeinden zahlten sie 10,7 Millionen Euro Konzessionsabgaben, an Betreiber von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Quellen gewinnen, 48,3 Millionen Euro als Einspeisevergütungen. Eder: „Unterm Strich haben wir 169 Millionen Euro an regionaler Wertschöpfung erzeugt.“ swp