Kurzkritik Invasion der Tiere

Ulm / Petra Lehmann 02.07.2018

Ein Frosch, ein Zebra, ein Nilpferd, eine Ente auf der Bühne? Das soll die Absolventenshow der Staatlichen Artistenschule Berlin sein? Ja, denn unter der Regie und Choreografie des Schweizers Philipp Boë kam nach „Grammophobia“ vor drei Jahren nun „Zoophobia“ zum Hochspannungsvarieté „High Voltage!“ ins wieder an beiden Abenden ausverkaufte Ulmer Zelt. Bei dieser „artistischen Fabel“ tragen einige der jungen Artisten zunächst vereinzelt, dann immer häufiger Tiermasken und interagieren mehr oder weniger mit der gerade darbietenden Kollegin oder dem Kollegen. Die verwandeln sich dann im Anschluss an ihre Nummer selbst in ein Tier. Die komischen Viecher sind der rote Faden der Show und verknüpfen die  Darbietungen der neun Artisten, die am Cyr Wheel, an der Cloudswing, am Mast oder am Vertikalseil artistische Höchstleistungen zeigten.

   Wie schon 2015 waren die Artistik-Acts wieder atemberaubend. Dem Zuschauer blieb es überlassen, ob er hinter der Maskerade einen tieferen Sinn erblicken oder sich nur einfach amüsieren wollte. Offensichtlich wurde jedenfalls, dass es in dieser Tierwelt ebenso menschelt wie in der realen, dass sich die einen mögen und die anderen mobben.

Doch schließlich kamen sie sich alle näher, und am Schluss stand die Moral der Geschichte, dass alle Tiere (oder Menschen) zusammengehören, egal wie unterschiedlich, wie gefährlich oder liebenswert sie auch sein mögen. P

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