INTERVIEW: Mehrwert auf der Roxy-Bühne

Am Mittwoch auf der Roxy-Bühne: Robert Stadlober. Foto: dpa
Am Mittwoch auf der Roxy-Bühne: Robert Stadlober. Foto: dpa
HEP 01.03.2013
Robert Stadlober (30) ist ein Film-Star. Am Mittwoch ist er auf der Roxy-Bühne zu erleben - in Thomas Ebermanns "Firmenhymnenhandel".

Musical, Revue, Theaterstück? In welche Kategorie würden Sie "Firmenhymnenhandel" einordnen?

STADLOBER: Mit Musical hat das nichts zu tun. Es ist eher ein mit Kritischer Theorie unterfüttertes Boulevardtheater. Wer Adorno kennt, wird sicher einen Mehrwert haben. Wer Adorno nicht kennt, hat sicher auch seinen Spaß - nur mit Adorno-Kenntnissen eben noch etwas mehr.

Thomas Ebermann ist einer der Mitbegründer der Grünen. Wie politisch ist sein Stück?

STADLOBER: Es ist sehr politisch, aber nicht im Sinne der Parteilinie der Grünen. Im Stück werden mit spitzer Feder Entwicklungen in der Arbeitswelt aufs Korn genommen.

Sie haben einmal von sich gesagt, "so wie andere über Fußball diskutieren, diskutiere ich über Politik". Was würden Sie über Ebermanns Stück sagen?

STADLOBER: Es ist notwendig. Denn der Fetisch Arbeit nimmt in unserem Leben einen ungeheuren Platz ein, und es ist erschreckend zu sehen, in welchem Maß sich Menschen verbiegen, um karrierekompatibel zu sein.

Sie sind selbst Musiker. Würden Sie eine Hymne für ein Unternehmen schreiben?

STADLOBER: Die Kunst in den Dienst eines Unternehmens zu stellen? Nein, das würde ich nicht tun. Das macht auch dem Texter, den ich spiele, und dem Komponisten, den Tillbert Strahl-Schäfer spielt, im Stück zu schaffen. Aber um weiter als Künstler arbeiten zu können, prostituieren sie sich. Info "Firmenhymnenhandel" gastiert am Mittwoch, 20 Uhr, im Roxy.