Ulm Interview: Klangvisuelle Münsterreise im Stadthaus

Kombiniert Blickwinkel und Klangfolgen: Münsterkantor Friedemann Johannes Wieland.
Kombiniert Blickwinkel und Klangfolgen: Münsterkantor Friedemann Johannes Wieland. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / ABO 26.02.2015
Kirchenmusikdirektor Friedemann Johannes Wieland verspricht eine "klangvisuelle Münsterreise": ein Konzert am Samstag im Stadthaus.

"125 Blickwinkel" ist ein filmisches Kunstprojekt der "Bootschaft - Crew für Gestaltung" zum Münsterturmjubiläum, das im März und April zu sehen sein wird. Schon diesen Samstag findet dazu im Stadthaus das Konzert "von außen betrachtet" statt. Welche Idee steckt dahinter?

FRIEDEMANN JOHANNES WIELAND: Für "125 Blickwinkel" ist faszinierendes, ungewöhnliches Filmmaterial vom Münster entstanden. Das hat sich richtig in meinem Kopf festgesetzt. Je mehr ich davon gesehen habe, umso mehr fand ich: Daraus muss man noch mehr machen! So entstand die Idee, das Visuelle mit Musik zu verbinden. Wir haben einiges ausprobiert, Bilder und Klänge miteinander kombiniert und auf uns wirken lassen - es war sensationell. Dann haben wir uns Stimmungen und Stichworte überlegt und ein Storybook entwickelt. Der Bogen beginnt im Steinbruch und schließt mit dem vollendeten Münster, es geht um Themen wie Licht und Dunkelheit.

Auf dem Programm steht Arvo Pärts "Berliner Messe". Die wurde 1990 für den Katholikentag geschrieben. . .

WIELAND: . . . das Münster war ja bis 1531 katholisch (lacht). Und diese Form der Messe kommt auch im Protestantismus vor. Die Stimmung von Pärts Musik - die sehr eingängig ist, kompositorisch aber ihre Tücken hat - passt wunderbar zum Münster, aber man kann sie gut ins Stadthaus herübernehmen. Von dem man dann wiederum aufs Münster hinüberschauen kann: "Von außen betrachtet" eben.

Und die anderen Werke?

WIELAND: Da sind zum einen Eric Whitacres Motetten "Lux aurumque", "Nox aurumque" und "Sleep" - ein reizvolles Klangspiel mit Dissonanzen, Überlagerungen. Zum anderen die deutsche Erstaufführung von Einojuhani Rautavaaras Orchesterwerk "Into the heart of light": ein Versuch, einen Blick in die Ewigkeit in Töne zu fassen.Info Das Konzert findet am Samstag, 19 Uhr, im Stadthaus statt. Es musizieren Instrumentalisten des Philharmonischen Orchesters und das Vokalensemble Ulmer Münster.