Herr Arnold, wie kamen Sie auf die Idee, eine Messe zu schreiben?
SIEGFRIED ARNOLD: Zur Kirchenmusik kam ich schon früh übers Elternhaus. Zudem komponiere ich schon mein Leben lang, bisher vor allem Lieder. Hauptberuflich war ich Lehrer und Konrektor, nebenberuflich spielte ich Orgel und leite einen Chor. Zur Komposition einer Messe brachte mich der Bedarfsfall: Das Repertoire ist relativ klein und meist in lateinischer Sprache. Eine zeitgenössische Messe gibt es meines Wissens gar nicht. Da kommt man halt auf den Gedanken, Kirchenmusik mit moderneren Tonaussagen und etwas Jazz zu verbinden.

Die "Missa in Swing" wurde 2015 vom Sonat Verlag veröffentlicht. Jetzt ist sie erstmals live zu hören. Wann fingen Sie mit der Arbeit an?
Die reine Arbeitszeit war relativ kurz. Ich glaube, 2013 habe ich damit angefangen, aber natürlich nicht durchgehend dran geschrieben. Dann folgte die Suche nach einem Verleger - der erkannte darin diverse Swing-Elemente und gab ihr den Namen "Missa in Swing" - und zuletzt die Frage: Wo kann man's aufführen?

In Ludwigsfeld zum Beispiel. . .
Ja, dafür bin ich Pfarrer Martin und Roland M. Eppelt vom Chor Al Dente sehr dankbar. Der hat sich die Partitur angeschaut und gut gefunden. Er suchte auch die Gesangssolistinnen Gabriele Fischer-Berlinger und Anita Atzinger sowie die fünfköpfige Combo mit Jonathan Frey (Klavier), Oliver Pfänder (E-Bass), Ian Richter (Trompete), Miriam Goblirsch (Klarinette) und Christian Keller (Posaune) aus. Ich bin selbst gespannt, wie die Messe klingt. Bisher weiß ich es nur ungefähr vom PC her.

Und sie ist Teil des Gottesdienstes?
Die fünf Teile sind in die Liturgie integriert, ja. Insgesamt sind das etwa 30 Minuten Musik.

War es schwer, darin traurige und fröhliche Elemente zu verbinden?
In der Liturgie sind natürlich Teile, wie das "Erbarme Dich" des Kyrie, die nicht ganz so heiter sind. Dafür sorgt dann der Rhythmus des Swing mit seinen Synkopen und schrägen Tönen.

Info Uraufführung: Sonntag, 10 Uhr, Christuskirche in Ludwigsfeld.

Messe in Swing

Uraufführung in Ludwigsfeld: In der Kirche Christus, unser Friede ist im Gottesdienst am Sonntag, 17. Januar, die "Chormesse in Swing" zu hören, Beginn: 10 Uhr. Komponist Siegfried Arnold hat dafür musikalische Elemente des Jazz aus der Swing-Time Ära verwendet. Die fünf Messeteile (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei) sind in deutscher Sprache gehalten. Die Messe ist 2015 im Berliner Sonat Verlag erschienen. Das Orchester wird dabei zur Combo, in Ludwigsfeld singt dazu der Chor "Al dente", die Leitung hat Roland M. Eppelt, Solisten: Gabriele Fischer (Alt), Anita Atzinger (Sopran), Jonathan Frey (E-Piano), Oliver Pfänder (E-Bassgitarre), Miriam Goblirsch (Klarinette), Jan Richter (Trompete), Christian Keller (Posaune). Arnold sagt: "Die Messe ist entstanden aus der kirchenmusikalischen Erfahrung, dass zum einen Messen heutzutage kaum noch aufgeführt und komponiert werden und dass es nur wenige in deutscher Sprache gibt. Dass eine Neukomposition sich auch einer zeitgemäßen Tonsprache bedient, steht außer Frage." Der Verleger habe, ausgehend von Melodik, Harmonik und Rhythmik, den Titel "Messe in Swing" vorgeschlagen, um die eindeutige Ausrichtung des Werkes zu betonen und es gegen andere zeitgenössische Werke abzugrenzen.