Sängerin Interview mit Lina Larissa Strahl

Lina
Lina © Foto: Laura Hartwig
Ulm / Henri Gallbronner 08.08.2018

Lina Larissa Strahl wurde vor allem durch ihre Rolle als Bibi Blocksberg in den Bibi-und-Tina-Filmen bekannt. Als Sängerin nennt sie sich schlicht Lina, 2013 gewann sie die Castingshow „Dein Song“ auf Kika und mit gerade einmal 20 Jahren hat Lina schon zwei Alben veröffentlicht. Am 17. August kommt sie zum Open-Air im Wiblinger Klosterhof.

Mit dem Sieg bei „Dein Song“ 2013 auf Kika hat für Sie alles angefangen. Was hat sich seitdem in Ihrem Leben verändert?

Lina: Sehr viel. Natürlich sind das von Kika bis jetzt auch sechs Jahre, in denen echt superviel passiert ist. Das hätte ich mir damals auch nicht erträumt, dass es irgendwann mal so groß wird, wie es jetzt ist. Klar hat das mein Leben ein bisschen umschwingen lassen, aber die Lina, die zuhause ist, ist trotzdem noch die von 2013, nur ein bisschen älter. Aber es ist natürlich vieles anders geworden. Aufregend und stressig manchmal auch.

Wie ließ sich das alles denn mit der Schule vereinbaren?

Ehrlich gesagt: ganz gut! Ich hatte nie wirklich Probleme in der Schule, ging gerne hin und war auch eigentlich nicht schlecht. Ich wollte immer unbedingt lernen, zumindest bis zur zehnten Klasse. Deswegen war das eigentlich gut zu arrangieren, auch mit den Bibi-und-Tina-Filmen: Die haben halt darauf geachtet, dass wir in den Sommerferien drehen, sodass wir nicht viel verpassen.

Wie haben sich Freunde und Familie verhalten, als klar wurde, dass Musik und Schauspielerei mehr sind als nur Hobbies?

Das ging ja alles recht schnell und ich muss sagen: Ich hab‘ immer noch die gleichen Freunde wie damals. Natürlich lernt man im Laufe des Lebens noch einige kennen, aber der Kern ist der gleiche: Die, die von Anfang an dabei waren und auch immer noch auf meinen Konzerten sind – das ist total süß. Meine Familie ist einfach sehr stolz und für die ist das auch aufregender als für mich.

Haben Sie sich nie gewünscht, ein ganz normaler Teenager zu sein?

Um ehrlich zu sein, schon manchmal. Es wäre aber auch komisch, wenn nicht. Seit ich 14 war hatte ich keine Sommerferien mehr, weil ich Filme gedreht habe. In den anderen Ferien habe ich entweder Musik aufgenommen oder hatte Pressetage zu den Filmen. Das letzte Mal mit meinen Eltern im Urlaub war ich 2012. Trotzdem: Ich bereue davon gar nichts. Aber natürlich denke ich mir manchmal: „Oh Gott, wie cool wäre das jetzt, wenn ich auch mal studieren könnte und mitreden könnte bei den ganzen Sachen.“

Letztes Jahr sagten Sie, sie wollen demnächst ein Studium aufnehmen…

Wollte ich auch, bis ich gemerkt habe, dass das irgendwie total bescheuert ist, weil ich es eh nicht schaffen werde. Bis nächstes Jahr wird das auf jeden Fall nichts. Das dritte Album kommt jetzt raus im November und dann gibt’s auch noch andere Projekte und wahrscheinlich auch noch mal eine Tour.

Hat sich Ihre Musik weiterentwickelt in den letzten Jahren?

Sehr! Damals war ich 14, das erste Album habe ich mit 18 gemacht und jetzt bin ich 20. Die Songs, die ich mit 14 gemacht habe, könnte man jetzt nicht auf das Album nehmen. An der Musik sieht man, wie ich mich weiter entwickle und, dass ich auch älter werde und Erfahrungen und Fehler mache und davon erzähle. Ich glaube, es ist auch ganz wichtig, ernst zu bleiben und sich nicht etwas auszudenken und mit 20 so zu tun, als wäre man 30.

Auf Ihren Konzerten gibt es eigene Kinderbereiche für Ihre große junge Fangemeinde. Warum?

Naja, es sind nicht Kinderbereiche, sondern nur Bereiche ohne Eltern. Wir glauben, dass sich sonst die Eltern zu ihren Kindern nach vorne stellen würden. Deshalb wollen wir das irgendwie regeln, damit nicht hinterher ein 13-jähriges Mädchen kommt und weint, weil sie das ganze Konzert lang nichts sehen konnte. Ich finde, dass die Eltern die Verantwortung dafür übernehmen können, ob sie ihr Kind alleine nach vorne lassen oder, ob es vielleicht lieber doch hinten stehen sollte.

Über die sozialen Netzwerke halten Sie intensiven Kontakt zu Ihren Fans. Nervt es nicht ab und zu, ständig neue Dinge posten zu müssen?

Nerven tut mich das gar nicht, aber kürzlich hatte ich eine Woche nichts gepostet und wollte mich dafür entschuldigen. Dann habe ich gemerkt: Warum sollte ich mich dafür entschuldigen, dass es eine Welt außerhalb von Instagram gibt? Ich bin da glaube ich echt relativ offen, aber ich finde trotzdem: Zu privat sollte es nicht werden. Deswegen halte ich meine Eltern und meine Heimat komplett raus, weil ich das auch einfach nicht mag.

Beim Open-Air in Wiblingen treten neben Ihnen auch Santana und die Kelly Family auf. Wie ist es, als junge Sängerin in einer Reihe mit solchen Größen zu stehen?

Das ist schwierig zu sagen. Ich denke da immer gar nicht so darüber nach. Ich weiß natürlich, dass die da sind. Trotzdem ist es glaube ich gut, wenn man sich das nicht die ganze Zeit vor Augen hält, weil man sonst irgendwann abhebt. Ich mache einfach das, was mir Spaß macht und wenn dann hinterher auch noch echt coole Leute Spielen, dann ist das echt super.

Was an Ihrer Musik ist wichtiger – der Text oder die Musik?

Beides ist gleich wichtig. Ich finde, wenn es das eine nicht gäbe, würde das andere nicht funktionieren. Die Melodie kann noch so gut sein: Wenn der Text doof ist, bringt es auch nichts. Aber andersrum ist es genauso. Dann hört es ja auch keiner an. Ich hab da auch den Anspruch, dass ich hinter beidem dahinter stehen muss.

Haben Ihre Texte auch einen Bezug zu Ihrem Leben?

Ja, auf jeden Fall. Das finde ich ganz wichtig. Wenn der Text nicht den Bezug zu meinem Leben hätte, könnte ich da sehr schwierig dahinter stehen. Das sind halt die Erfahrungen, die man sammelt: Im ersten Album gab es sehr viel über Liebe zu hören, im zweiten sehr viel über Selbstverwirklichung und Selbstbewusstsein. Ich hab‘ da auch ganz tolle Leute, die mit mir an den Alben schreiben und mit denen ich schon seit sechs Jahren befreundet bin. Das ist schon alles sehr persönlich, aber auch wieder nicht zu privat.

Wie viel Zeit bleibt neben der Karriere als Sängerin noch für das Schauspiel?

Die Musik ist meine Priorität, auf jeden Fall seit 2016, und das wird sie auch bleiben. Letztes Jahr musste ich leider viele Schauspielprojekte absagen, weil einfach die Zeit dafür nicht da war. Dieses Jahr gibt es da wahrscheinlich auch nicht so viel. Nächstes Jahr allerdings habe ich echt coole Sachen in Aussicht.

Info: Karten für Lina und Clueso

Open Air Die Konzerte von Santana und der Kelly Familiy bei den Sommerfestspielen in Wiblingen sind bereist ausverklauuft. Karten gibt es noch für Lina (17. August) und Clueso (19. August) beim Kartenservice der SÜDWEST PRESSE (Frauenstraße 77).

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