Ulm Interview mit 2015-Gewinner-Anfeuerungs-Band "Rising Fire"

Das sind „Rising Fire“ (von links): Tobias Pehl (26 Jahre, Schlagzeug), Lukas Nowotny (24Jahre, Gitarre und Gesang) und Philip Schmid (23 Jahre, Gitarre und Gesang).
Das sind „Rising Fire“ (von links): Tobias Pehl (26 Jahre, Schlagzeug), Lukas Nowotny (24Jahre, Gitarre und Gesang) und Philip Schmid (23 Jahre, Gitarre und Gesang). © Foto: Privat
BIRGIT EBERLE 18.09.2016
Entlang der Strecke spornen Musiker und Fans die Läufer an. Im vergangenen Jahr hat „Rising Fire“ am meisten beeindruckt und den Band-Wettbewerb gewonnen.

Wer steckt hinter Rising Fire?
LUKAS: Wir sind aktuell drei Jungs im Alter zwischen 22 und 26 Jahren. Wir kommen alle aus der Region Geislingen und dem Täle.
PHILIP: . . . und alle verfolgen das selbe Hobby – die Musik.
TOBI: Ich bin Tobias, Justizangestellter, und dann sind noch Philip, Elektroniker, und Lukas, Veranstaltungstechniker, mit von der Partie.
LUKAS: Aktuell sind wir alle dabei, unserer Karriere einen gewissen Glanz zu verleihen und machen daher Fortbildungen, Meister und Fachwirte. Allerdings fanden wir trotzdem die Zeit dazu, unser neues und erstes Album zu präsentieren.

Seit wann gibt es die Band?
LUKAS: Die Band wurde im Juli 2010 gegründet, als wir uns damals mit unserer ehemaligen Bassistin nach einem Festival zusammengesetzt hatten und irgendwie Lust bekamen, gemeinsam Musik zu machen. Daraufhin trafen wir uns dann und versuchten uns an einigen Covern, und irgendwann entstand dann auch der erste eigene Song mit dem Titel „Free“.
PHILIP: Kurz darauf kam dann ich dazu und habe mich wie ich finde echt in kürzer Zeit wunderbar in die bestehende Band eingekuschelt. Philip grinst.

Wie kam der Kontakt zum Einstein-Marathon zustande?
LUKAS: Eine Freundin hat für uns damals nach Auftrittsmöglichkeiten geschaut und ist übers Internet auf den Einstein-Marathon in Ulm gekommen. Wir dachten, „Lasst uns einfach mal ’ne Bewerbung hinschicken“. Und zack waren wir dabei.

Wie lange ist die Band schon an der Strecke im Einsatz?
LUKAS: Im Jahr 2012 haben wir das erste Mal mitgespielt.
PHILIP: . . .und dieses Jahr feiern wir unsere fünfte Teilnahme und hoffen natürlich, den Titel als beliebteste Band verteidigen zu können.

Sind Sie selber schon mal Marathon gelaufen? Sind Sie überhaupt sportlich – und wenn ja, welche Sportarten bevorzugen Sie?
TOBI: Ich bevorzuge mein Schlagzeug, und ab und zu schwing’ ich mich auch mal aufs Rad.
LUKAS (grinst): Also ich laufe zwar sehr gerne, aber eher um runterzukommen und dabei hauptsächlich durch Wälder und Felder. Ich denke nicht, dass ich mit den fitten Läufern ohne Training mitlaufen könnte weil es bei mir eher auch immer viel kürzere Strecken sind. . . wenn ich mal laufe.
PHILIP: Ich finde, durchs Zuschauen kommt man da schon genug ins Schwitzen, da muss man selber nicht auch noch rennen. Haha!

Was macht die besondere Atmosphäre an der Strecke aus?
PHILIP: Die Motivation der Läufer, Ulm an sich, die Donau und die Ausgelassenheit der Menschen.
TOBI: Die gut gelaunten Läufer, die einem winken und applaudieren.
LUKAS: Es ist für uns jedes Mal ein komplett anderer Auftritt als für ein Publikum vor der Bühne zu spielen. Die Leute kommen aus vielen Altersklassen und wir versuchen deshalb, ein möglichst breites Spektrum von Ihnen anzusprechen. Außerdem bin ich immer komplett baff, zu sehen, dass diese Menschen schon einige Kilometer hinter sich haben und trotzdem noch klatschen und mitsingen. Ich finde das unglaublich. Daher spielt man auch immer sehr gerne – einfach um den Leuten eine Freude zu machen und sie anzufeuern.

Welche Musik eignet sich besonders zum Anfeuern?
LUKAS: Wir bevorzugen meistens Songs, bei denen man auf jeden Fall mitsingen kann – und die etwas schneller sind, um auch das Tempo auf der Strecke zu halten.
TOBI: Das Tempo ist sehr wichtig, denn im Takt laufen geht einfach am besten.
PHILIP: Es müssen Sounds sein die in die Beine gehen, treibende Beats und Songs die in den Ohren bleiben.

Gibt es einen Song, der an der Strecke besonders gut kommt – wenn ja, welcher ?
LUKAS: Ich würde sagen, dass es nicht ein spezieller Song ist, aber Songs wie „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen oder „Fairytale gone bad“, „Verdammt, ich lieb dich“, „Ein Kompliment“ und andere Songs, bei denen fast jeder mitsingen kann, kommen auf jeden Fall besser an als softere Klänge.
TOBI: Hauptsache es sind Songs, die gute Laune machen.
PHILIP: Bei den eigenen Songs kommt „Still here“ und „Stop“ sehr gut an und sonst „Summer of 69“ oder „American Idiot“.

Machen Sie sich vor dem Auftritt in Ulm einen Ablaufplan, in welcher Reihenfolge welche Titel gespielt werden?
TOBI: Wir haben zwar einen groben Ablaufplan, aber es wird immer spontan entschieden, was gespielt wird. Man richtet sich nur manchmal danach.
LUKAS: Bei den ersten Malen haben wir das noch gemacht, aber jetzt schauen wir einfach immer, was reinpasst. Daher spielen wir auch einige Songs doppelt während der Zeit und andere dafür gar nicht weil sie einfach an dem Tag nicht passen.

Welchen Song würden Sie niemals beim Marathon spielen?
PHILIP (lacht): „Highway to hell“.
TOBI: „One call away von Charlie Puth“, der ist einfach zu langsam. Das Tempo ist einfach sehr wichtig.
LUKAS: Halleluja von Jeff Buckley ist gerade ein Song, der mir einfällt. Er passt in meinen Augen überhaupt nicht rein. Wir haben allerdings auch schon andere Songs einfach ein wenig fetziger gemacht, und dann wird wirklich sehr viel spielbar.

Feuert Sie selbst jemand beim Musikmachen an?
TOBI: Wir bringen meistens ein paar Leute von uns mit, die uns dann auch beim Auf- und Abbauen helfen, und die uns gerne hören.
LUKAS: Manchen gefällt genau die Atmosphäre auch sehr gut, weil man einfach nicht zwangsweise vor einer Bühne umherspringen muss.

Ist Ihnen von Ihren Auftritten beim Marathon ein Ereignis besonders in Erinnerung?
PHILIP: Letztes Jahr als wir Band des Marathons wurden.
LUKAS: Ich erinnere mich noch sehr gut an ein sehr amüsantes Gespräch mit einem leicht angetrunkenen Herrn nach dem Marathon und noch an etwas bei unserem ersten Mal. Da ist ein Mann mitgerannt, der einfach voll wie Albert Einstein aussah, das werden wir nie vergessen. Es sind eigentlich schon einige Ereignisse die hängen bleiben. Wir hatten auch an zwei oder drei Auftritten einen ultrasympathischen Platzwächter, der für uns zuständig war und auch mitgefeiert und gesungen hat.

Bei welcher Gelegenheit geht Ihnen die Puste aus?
LUKAS: Ich würde sagen, dass es nahezu keine Gelegenheit gibt – außer wenn unserem Aggregat die Puste ausgeht. Und selbst dann zücken wir die Akustikgitarren und rocken weiter.

Mit Alternative-Rock motivieren

Rising Fire Die Band hat in den Jahren 2012 bis 2014 während des Marathons beim Roxy an der Donau gespielt. 2015 wechselte sie nach Neu-Ulm in die Donaustraße, 2016 sind die Vorjahres-Bandwettbewerb-Sieger auf dem Marktplatz. Aktuelle Band-Info auf Facebook und www.rising-fire.de