Neu-Ulm Internationale Schule vor zehn Jahren gegründet

Bild aus Anfangstagen: Der erste Jahrgang an der Internationalen Schule Ulm mit IHK-Präsident Peter Kulitz.
Bild aus Anfangstagen: Der erste Jahrgang an der Internationalen Schule Ulm mit IHK-Präsident Peter Kulitz. © Foto: Maria Müssig
Neu-Ulm / UTE GALLBRONNER 24.04.2015
Vor zehn Jahren sind die ersten Schüler in die Internationale Schule Ulm/Neu-Ulm eingezogen. 50 waren es damals, inzwischen werden knapp 200 Kinder und Jugendliche in der Schwabenstraße unterrichtet.

Sie ist nicht nur eine Schule, sondern ein wichtiger Standortfaktor für die Region. Das zumindest sagt Peter Kulitz, der vor zehn Jahren maßgeblich daran beteiligt war, dass sich die Internationale Schule (ISU) in Ulm angesiedelt hat. Zunächst in Wiblingen, 2006 zog man ins ehemalige Schulungsgebäude der Deutschen Telekom in der Neu-Ulmer Schwabenstraße.

"Das Gebäude ist ideal für uns", sagt Schulleiter Rob deWolf. Große Klassenzimmer und viel Licht lassen die Schule freundlich wirken. Jeder Lehrer hat sein Zimmer, die Schüler kommen zu ihm, so dass er individuell gestalten und Schwerpunkte setzen kann. "Manche Zimmer sehen jeden Tag anders aus", erzählt deWolf. Im einen Zimmer wird gerade eine Prüfung geschrieben, daneben haben Sechstklässler Deutsch-Unterricht. "Wir sind stolz darauf, dass unsere Schüler beim Vera-Test der dritten Klassen im oberen Drittel gelandet sind", sagt der Schulleiter.

"Vera 3" ist eine Vergleichsarbeit, die unter anderem im Fach deutsch in allen Bundesländern durchgeführt wird. Überhaupt ist es der Schule wichtig, dass alle Kriterien eingehalten werden, die in Bayern auch von den staatlichen Schulen gefordert werden. Nach der 10. Klasse erwerben die Schüler das IGCSE, das der Mittleren Reife gleichgestellt ist. Wer bis zur 12. Klasse weitermacht, kann das International Baccalaureate (IB)-Diplom erwerben. "Damit kann man an allen Hochschulen auf der ganzen Welt studieren", erklärt deWolf. Viele Absolventen zieht es an englische Universitäten oder sie gehen zurück in ihr Heimatland.

Manche Schüler, die vor zehn Jahren als Erstklässler angefangen haben, stehen jetzt kurz vor ihrem IB-Diplom. Es sind anspruchvolle Prüfungen, bis zu 14 gilt es zu bestehen. Geschrieben haben sie bereits ihre wissenschaftliche Hausarbeit mit maximal 4000 Wörtern zu einem selbst gewählten Thema. Das Spektrum ist breit. Während sich der eine mit Sonnen- und Windenergie in Süddeutschland beschäftigt hat, ging es beim anderen um die Frage, warum manche Kunstwerke exorbitant teuer sind.

Fächerübergreifendes Arbeiten ist Programm an der ISU. "Kritische und eigenständig denkende junge Menschen" will man heranziehen, die perfekt auf die Herausforderungen der globalen Welt vorbereitet sind - nicht nur, aber auch ihrer erstklassigen Sprachkenntnisse wegen: "Aber wir legen auch sehr großen Wert auf Mathematik und Naturwissenschaften. Viele unserer Absolventen studieren heute in diesen Bereichen."

Während die deutschen Schüler oft vom Kindergarten bis zum Abschluss an der ISU bleiben, gibt es beim internationalen Klientel natürlich häufigere Wechsel. Die Eltern werden meist nur eine gewisse Zeit am deutschen Firmenstandort eingesetzt, gehen dann zurück oder in ein anderes Land. Auch deWolf hat eine internationale Karriere hinter sich. Berlin, Pakistan, Kuwait, Kairo sind nur einige Stationen.

Etwa 56 Prozent der Schüler kommen aber aus der Region. Wer sein Kind an die ISU schickt, der muss es sich das auch leisten können. Zwischen 9600 und 14.000 Euro kostet ein Platz an der Ganztagsschule im Jahr. Schon mit drei Jahren kann man einsteigen, auch später ist der Wechsel möglich. DeWolf betont, dass es durchaus Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung bis hin zum Stipendium gibt.

Für das Geld gibt es ausgezeichnete Bildung. Es wird in kleinen Klassen sehr individuell unterrichtet. Meist sind zwischen 8 und 14 Schüler in einer Klasse, in den hohen Stufen können es auch mal nur zwei oder drei sein. "Unsere Lehrer sind hervorragend ausgebildet", betont deWolf. Denn auch für sie gilt: Sie müssen nicht nur internationalen, sondern bayerischen Standards genügen.

Die Geburtstagsfeier

Mehr als ein Fest Zur Feier des zehnten Geburtstags am Samstag (14 Uhr) hat die Internationale Schule Ulm/Neu-Ulm zwei prominente Gäste eingeladen. Der frühere Schulleiter von Schloss Salem, Bernhard Bueb, erklärt warum das IB-Diplom für Deutschland ein so attraktives Bildungsangebot ist. Zudem kommt Dr. Reinhard Erös. Der frühere Bundeswehr-Arzt spricht über seine "Kinderhilfe Afghanistan".

 

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